1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Stadtwerke trainieren Sicherheit im Schulbus

Neuss : Stadtwerke trainieren Sicherheit im Schulbus

Seit zehn Jahren bieten die Stadtwerke eine Busschule für Grundschüler an. Die Zahl der Teilnehmer wächst von Jahr zu Jahr.

Mit dem Bus zur Schule fahren viele Neusser Kinder, nach den Ferien kommen wieder einige dazu. So wie die Klasse 4a der Görresschule trainieren derzeit 43 Klassen in der Busschule was passiert, wenn man sich im Bus nicht festhält und wie der Weg zur Schule reibungslos klappt.

Klassenlehrerin Natalie Kreuter unterstützt das Angebot. "Ich glaube nicht, dass viele Kinder Erfahrung mit dem Busfahren haben", sagt sie. Die Vermutung bestätigt sich, als Buslehrer und SWN-Mitarbeiter Hubert Zinnall die Frage in die Runde stellt, wer denn regelmäßig mit dem Bus unterwegs sei.

Nur wenige Hände gehen da nach oben. Daher ist erst einmal Grundlagenarbeit gefragt. Wo sitzt man am besten? Möglichst mit dem Rücken zum Fahrer, da man dort beim Bremsen nicht vom Sitz rutscht. Die erste Regel "Immer gut festhalten" ist schnell gelernt, schließlich haben die Schüler mit Hubert Zinnall gewettet, dass sie es schaffen, zu sitzen und sich festzuhalten, sobald der Fahrer den Motor anlässt. Das klappt auch.

Schwieriger wird es da schon, wenn es um das richtige Ein- und Aussteigen geht. Klar, das rote Knöpfchen muss gedrückt werden, nur macht keiner mit dem Knopf an der Tür die auch auf. Dann schauen die Kinder weder nach rechts noch nach links, wenn sie aus der Tür steigen. Hubert Zinnall erklärt, wo die Gefahren lauern.

Was passiert, wenn der Bus einmal plötzlich bremsen muss, erfahren die Kinder mit Kollege Willi, einer ausgedienten Mülltonne, die schon einige Beulen vorzuweisen hat. Kollege Willi steht mitten im Gang, hält sich natürlich nicht fest, und als der Bus bei geringer Geschwindigkeit bremst, kommen einige Beulen dazu, denn Willi fliegt durch den Bus. Neben der Sicherheit im Fahrzeug ist auch das richtige Verhalten im Bus ein wichtiges Thema. Zinnall demonstriert mit Rucksack auf dem Rücken den typischen Rüpel, der ohne Rücksicht auf andere mit seiner Schultasche herumwirbelt.

"Es sind oft die Kleinigkeiten, die einen vernünftigen Ablauf möglich machen", erklärt er. Dazu gehört auch der freundliche Umgang miteinander, oder auch der Hinweis, dass für ältere Menschen Platz gemacht werden sollte. Auch was es bedeutet, wenn der blaue Knopf mit dem Kinderwagen gedrückt wurde, ist den meisten nicht klar. Dann geht die Tür nämlich nicht nur länger auf, sondern sie bleibt offen, bis der Fahrer sie wieder schließt. Also sollte man diesen Knopf nicht drücken, wenn es gar nicht nötig ist.

Die Görres-Schüler verhalten sich vorbildlich, auch wenn sie hier und da Hinweise brauchen. Dass es oft anders zugeht, weiß Buslehrer Hubert Zinnall, der Fahrscheine kontrolliert, wenn er nicht mit der Busschule unterwegs ist.

Entwickelt wurde das Programm Busschule vor zehn Jahren, um den Kindern den Start in die neue Schule und die damit nötig gewordene Busfahrt zu erleichtern. Jedes Jahr sind es mehr Klassen, die das Angebot wahrnehmen. Gerade in den Stoßzeiten zu Schulbeginn geht es oft bunt zu in den Bussen. Da hilft es, wenn die Neulinge im Bus schon einmal gelernt haben, wie es besser geht. Für die Lehrer gibt es zudem Unterrichtsmaterialien, mit denen das Thema vor- und auch nachbereitet werden kann.

Info Ansprechpartner Jörg Steinfort, Telefon 02131 5310-311.

(NGZ/rl)