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Neuss: Stadtwerke setzen auf erneuerbare Energien

Neuss : Stadtwerke setzen auf erneuerbare Energien

Die Neusser Stadtwerke haben im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Sie wollen jetzt neue Pelletanlagen testen.

Die Neusser Stadtwerke wollen Vorreiter werden: In Wuppertal testen sie in Kürze - unabhängig vom Sturm "Ela", wie sie betonen - in einem Pilotprojekt, ob sich auch aus Altholz oder abgebrochenen Ästen Holzpellets herstellen lassen und nicht nur, wie bisher, aus geschnittenem Kernholz. "Wenn dies machbar ist, wollen wir solche Anlagen nicht selbst herstellen, aber das Konzept vermarkten", sagte Heinz Runde, Chef der Stadtwerke Neuss (SWN).

Er stellte gestern mit seinen Vorstandskollegen den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres vor. Zu den Korruptionsvorwürfen und dem Ermittlungsverfahren gegen ihn gab er jedoch keine Stellungnahme ab. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe, wie von den Gesellschaftern beauftragt, mit der Sonderprüfung der Stadtwerke begonnen, teilte SWN-Sprecher Jürgen Scheer knapp mit.

Deutlich mitteilsamer war die Geschäftsführung dagegen bei den Ergebniszahlen. "Gewinneinbrüche wie bei anderen großen Energieversorgern gibt es bei uns nicht", erklärte Runde. Im Gegenteil: Die SWN profitierten davon, nicht in Braunkohlekraftwerke oder konventionelle Speicherkapazitäten investiert zu haben. "Deshalb haben wir auch 2013 ein sehr gutes operatives Ergebnis erzielen können", so Runde.

Mit 12,5 Millionen Euro nach Steuern liege man in etwa gleichauf mit dem Vorjahr (13 Millionen Euro). Der Umsatz habe mit 220 Millionen Euro (Vorjahr: 216 Millionen) sogar einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Abzug der Ausschüttungsanteile an die Mitgesellschafter RWE und Thüga bleibe für die Stadt ein Gewinn von 6,1 Millionen Euro übrig - das Defizit der Verkehrs- und Bäderbetriebe in Höhe von 5,1 Millionen Euro sei bereits ausgeglichen. "Strom ist mittlerweile die stärkste Sparte und hat Gas abgelöst", berichtet Geschäftsführer Stephan Lommetz. Der Umsatz im Wasserbereich sei insbesondere durch immer sparsamere Geräte leicht rückläufig. Auch die Fahrgastzahlen gingen durch weniger Schüler zurück. Man habe aber unter anderem in Neubaugebieten und unter Studenten neue Abo-Kunden gewinnen können.

Der Contracting-Bereich wachse dagegen stark. Bereits rund 3000 Blockheizkraftwerke der SWN stünden - mit langfristigen Verträgen versehen - in ganz Deutschland in Hotels, Altenheimen, Restaurants und Neubausiedlungen. Eines sei zudem jüngst zu einer Neusser Kläranlage geliefert worden.

Überhaupt setzen die SWN verstärkt auf erneuerbare Energien, darunter die geplanten zwei neuen Windräder. "Wir warten darauf, dass der Rhein-Kreis uns die Genehmigung erteilt, dann können wir im nächsten Schritt auch die Öffentlichkeit beteiligen", sagt Lommetz. Denn eins der beiden Windräder soll in Form einer Bürgeranlage betrieben werden. Details gebe es noch nicht. "Das hängt - abgesehen von den Baukosten - davon ab, wie viele Bürger sich beteiligen wollen. Die Anteile sollen möglichst breit gestreut werden."

Die Überlegung, mit anderen Stadtwerken zu fusionieren, sei vom Tisch, aber man suche weiterhin Kooperationsmöglichkeiten, erklärte Runde.

(NGZ)