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Neuss: Stadtwerke investieren in neue Geschäftsfelder

Neuss : Stadtwerke investieren in neue Geschäftsfelder

Die SWN wandeln sich vom Versorger zum breit aufgestellten Konzern. Gewinne aus dem Rekordjahr 2012 sollen diesen Umbau absichern.

Heinz Runde kann sich an kaum ein Geschäftsjahr der Stadtwerke Neuss erinnern, das erfolgreicher war als 2012. Gegen den Trend, so der SWN-Geschäftsführer, konnte ein Jahresüberschuss erwirtschaftet werden, der 2,8 Millionen Euro über den selbst gesteckten Zielen liegt.

Foto: Stadtwerke

6,4 Millionen Euro stehen als Reingewinn zu Buche, von denen die SWN gerne 3,9 Millionen behalten würden und nur 2,5 Millionen an die Stadt abführen wollen. Denn der Umbau der Stadtwerke vom Strom- und Gas-Händler alter Schule zu einem zukunftsfähigen Mischkonzern kostet zunächst einmal.

Die Stadtwerke wuchsen im vergangenen Jahr in allen Geschäftsfeldern — mit Ausnahme der Stromsparte, wo der Umsatz um 3,4 Prozent auf 84,3 Millionen Euro sank. "Der Wettbewerb auf den Energiemärkten wird immer härter", nennt Runde einen Grund, die Wechselbereitschaft vieler Kunden sei hoch.

"Wir werden den Handel nicht aufgeben", stellt Runde klar, aber das Geschäftsfeld deutlich in Richtung Energieerzeugung ausbauen. Von den Sachinvestitionen in Größenordnung von 15,5 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr alleine drei Millionen in Beteiligungen an Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien. Inzwischen sind die SWN schon an Windparks mit einer Leistung von 280 Megawatt beteiligt.

Zu Beteiligungen kommen eigene Anstrengungen auf Neusser Stadtgebiet. Das Genehmigungsverfahren für zwei Windräder in Hoisten läuft, darüber hinaus betreiben die SWN zwei Photovoltaik- und andere Anlagen. Der Versorger SWN versteht sich zunehmend auch als Wegbereiter für erneuerbare Energien, aber auch für Energieeffizienz — und für Energiewende vor Ort. Dass die Fernwärmenutzung in Allerheiligen auf 900 Gebäude ausgedehnt und der Umsatz um 23 Prozent gesteigert werden konnte, ist Teil dieser Anstrengungen.

"Extrem gewachsen", ist nach Auskunft von Mit-Geschäftsführer Stephan Lommetz der Wärmedienstleister "german contract", der bundesweit operiert. Dieses Tochterunternehmen, das schon 7,4 Millionen zum Gesamtumsatz von 213 Millionen Euro beisteuert, besetzt nach Rundes Überzeugung eines der Geschäftsfelder, wo die Stadtwerke künftig ihr Geld verdienen.

Dass zum Verdienen auch das Sparen kommt, zeigt der Blick auf die Bilanzen von Verkehrsbetrieben und Bädern. 709 000 Besucher — so viele wie nie — in Bädern, Eissporthalle und der Sauna Wellneuss sind nicht nur ein, wie Lommetz meint, "schönes Wachstum im umkämpften Freizeitmarkt", sondern senken auch das auszugleichende Jahresdefizit der Bäder deutlich.

(NGZ)