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Neuss: Stadtwald wird am Nordkanal vergrößert

Neuss : Stadtwald wird am Nordkanal vergrößert

Das waldarme Neuss bekommt zwei Hektar Forst dazu. Die Absicht dazu wurde schon 1960 im Flächennutzungsplan ausgedrückt und mit dem Bau des Demenzkompetenzzentrums Rheinland nun umgesetzt.

Der Stadtwald, größtes zusammenhängendes Waldgebiet in der Nordstadt und eines der größten in der waldarmen Stadt Neuss, soll weiter wachsen. Sukzessiv wird vom kommenden Jahr in drei Schritten entlang der Steinhausstraße und des Nordkanals bis an den Konrad-Adenauer-Ring heran aufgeforstet, so dass der Stadtwald Anschluss gewinnt an den Kruchensbusch südlich des Konrad-Adenauer-Ringes. Insgesamt sollen so den 472 Hektar Waldfläche im Stadtgebiet zwei weitere Hektar hinzugefügt werden.

Die Waldvermehrung erfolgt unter forstwirtschaftlichen Vorzeichen, erklärt Grünflächenamtsleiter Stefan Diener. Es wird kein Park angelegt, für den man ja in etwas größere Bäume investiert, sondern ein Wirtschaftswald, den in den ersten Jahren erst einmal "Stangenholz" prägen wird. Entsprechend wird die Fläche in den Forstwirtschaftsplan der Stadt aufgenommen. Der sieht in diesem Jahr Einschläge in fünf Beständen vor, in denen dabei 150 Festmeter Brenn- und Kaminholz geerntet werden sollen. Im Stadtwald allerdings wird man keine Sägen hören.

Der Grünentwicklungsplan "Neuss — Perspektiven 2025+" zählt das neue Aufforstungsareal nicht zu den Flächen im Stadtgebiet, die im neuen Flächennutzungsplan als Waldvermehrungsbereiche ausgewiesen werden sollen. Ein Grund könnte sein, dass dieses Grundstück schon längst als "Fläche für die Forstwirtschaft" ausgewiesen ist. Und zwar schon seit Mai 1960. Diese seit Jahren planerisch vorgezeichnete Aufforstung sei nun umzusetzen, hält die Verwaltung fest.

Den Anlass dazu gibt das Demenzkompetenzzentrum Rheinland, das von diesem Herbst an direkt gegenüber der Aufforstungsfläche an der Engelbertstraße entsteht. Der Bauherr, die St.-Augustinus-Kliniken, sind wegen dieses Eingriffes und der Anlage eines kleinen Parkplatzes am Rand der Aufforstungsfläche zu Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur verpflichtet und lösen diese Verpflichtung durch Aufforstung ein. Er zahlt gut 18 000 von insgesamt 68 000 Euro, müssen zum Grunderwerb aufgebracht werden.

Auch wenn das Fachgutachten Grünentwicklungsplan die Aufforstung nicht explizit nennt — sie macht Sinn an dieser Stelle. Denn die Fläche liegt in der Grünachse Nordkanal, schließt unmittelbar an dem schutzwürdigen Biotop Stadtwald an und gehört zu jenen siedlungsnahen Grünflächen, die nach Ansicht des Bochumer Gutachterbüros "Herbstreit Landschaftsarchitekten" erhalten und qualitätsvoll weiterentwickelt werden soll. Und es ist Teil des Landschaftsschutzgebietes.

Abgeschlossen wird das Vorhaben Waldvermehrung erst 2017, denn aus Rücksicht auf die Pächter im dortigen Grabeland soll die Aufforstung in drei Abschnitten mit 5- bis 8000 Quadratmetern Größe erfolgen. Die ersten Kündigungen der Pachtverträge wurden nach Auskunft der städtischen Liegenschaftsverwaltung schon ausgesprochen. Die ersten Bäume werden im nächsten Winter gepflanzt.

(NGZ/ac)