Stadtplanung in Neuss Grünes Licht für Bau des Boulevards an den Rhein

Neuss · Der Masterplan „Neuss an den Rhein“ war 2012 ein Reizthema für den damaligen Bürgermeister Herbert Napp, doch die Politik setzte ihn durch. Jetzt wird mit dem „Boulevard“ ein Kernelement daraus umgesetzt.

 Die Pläne für den Übergang vom Wendersplatz zur Rennbahn, ein Element der Landesgartenschau-Bewerbung, berücksichtigen schon den Boulevard (im Bild oben) entlang der Hammer Lanstraße

Die Pläne für den Übergang vom Wendersplatz zur Rennbahn, ein Element der Landesgartenschau-Bewerbung, berücksichtigen schon den Boulevard (im Bild oben) entlang der Hammer Lanstraße

Foto: Stadt Neuss/Lenzen Landschaftsarchitekten

Der Masterplan „Neuss an den Rhein“ war 2012 ein Reizthema für den damaligen Bürgermeister Herbert Napp, doch die Politik setzte ihn durch. Jetzt wird mit dem „Boulevard“ ein Kernelement daraus umgesetzt. Ziel war und ist, über eine grüne Achse entlang der Hammer Landstraße die Innenstadt mit dem Rhein zu verknüpfen. Wie das aussehen kann, ist modellhaft beim Bau des Möbelhauses Höffner an dessen nördlicher Grundstückskante berücksichtigt worden. Eine Wirkung als Boulevard aber entwickelt das Teilstück noch nicht. Das ändert sich nun mit dessen Verlängerung.
Im Planungsausschuss gab es am Dienstagabend Grünes Licht für den Boulevard-Bau zwischen der Einmündung des Derendorfweg und dem Kreisverkehr an der Schanzenstraße, über die das Möbelhaus erschlossen wird. Von einer gelungen Planung sprach Natalie Goldkamp (CDU), und Ingeborg Arndt (Grüne) hatte nur den Wunsch zu ergänzen, auch auf der nördlichen, der „Nicht-Boulevard-Seite“ der Hammer Landstraße, die Pflanzung von Bäumen zu prüfen.
Südlich, also auf der Kirmesplatz-Seite, sollen Bäume in Doppelreihe gepflanzt werden. Alle zehn Meter einer. Sie stehen in einem drei Meter breiten Grünstreifen entlang der Straße und einem zwei Meter breiten Streifen entlang der Kante zum Gewerbepark Hammfeld II, wo der Automobilzulieferer Pierburg sein Forschungs- und Technologiezentrum errichten wird. Ihm wurde mit Abschluss des Kaufvertrages der Boulevard-Ausbau zugesagt, berichtete Planungsdezernent Christoph Hölters dem Ausschuss. Und zwar ab der Einmündung Derendorfweg, über die das Pierburg-Areal erschlossen und der deswegen umgebaut wird. Zwischen den Baumreihen ist Platz für einen 2,50 Meter breiten Geh- und einen 3,50 Meter breiten Radweg.
Vollständig ist der Boulevard noch nicht. Was fehlt – und ganz am Schluss angegangen wird – ist das Reststück vom Willy-Brandt-Ring bis an den Rhein, sowie der Abschnitt entlang von Wendersplatz und Rennbahn. Bei allen Planungen diese Flächen betreffend, ist der Boulevard aber berücksichtigt und überlagert sich noch mit einem anderen Großprojekt: dem Bau des Radschnellweges. Er wird vom Markt bis zum Abzweig Langemarckstraße, wo er Richtung Stresemannallee abbiegt, über den Boulevard geführt werden.