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Stadtbibliothek Neuss: Onleihe-Nutzung scheitert am Telekom-Router

Stadtbibliothek in Neuss : Onleihe-Nutzung scheitert am Telekom-Router

Das Unternehmen arbeitet derzeit an einer Software, die die Blockade für Onleihe-Nutzer aufhebt. Der Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Was kann man machen, wenn man nicht raus darf? Die Kinder noch klein sind, oder der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus einem einen Strich durch jede Rechnung macht? Onleihe ist ein Thema, das Herunterladen zum Beispiel von digitalen Büchern für Kinder und Erwachsene. Sofern man zu Hause nicht einen bestimmten Typ von Router hat, der eine Internet-Verbindung zur Onleihe-Bibliothek gar nicht erst herstellt.

 „Da sind uns auch die Hände gebunden“, sagt Christine Breitschopf, bei der Stadtbibliothek Neuss für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, „wir können nur eine Meldung machen, müssen aber darauf warten, dass die Telekom reagiert.“ So muss es die Stadtbibliothek derzeit dabei belassen, auf ihrer Startseite Onleihe auf das Problem hinzuweisen.

Auf der Startseite der Onleihe informiert die Stadtbibliothek Neuss die User über das Internet-Problem mit einem Telekom-Router. Foto: Helga Bittner

Laut einem Branchendienst verspricht die Telekom zwar ein Update für die 10. Kalenderwoche (3. bis 9. März), allerdings scheint das noch nicht erfolgt zu sein – wie die Nachfrage der NGZ bei der Telekom bestätigt. Dass Onleiher derzeit nicht zugreifen können, habe etwas mit der Firewall zu tun, sagte ein Sprecher der Telekom. Denn die blockiere den Zugriff – was eigentlich dem Schutz des Users diene. „Das Firmware-Update, das die Funktionsfähigkeit der ,Onleihe’ wieder gewährleistet, wird derzeit noch geprüft. Sobald diese Prüfungen abgeschlossen sind, stellen wir es unseren Kunden zur Verfügung. Das neue Firmware-Update wird unseren Kunden mit aktiver Easy- Support-Funktion automatisch auf den Router aufgespielt und steht auch im Downloadcenter zu Verfügung. Bis dahin bitten wir noch um etwas Geduld“, heißt es weiter.

Dass die Onleihe gerade in diesen Zeiten gern genutzt wird, liegt auf der Hand. 2300 Anmeldungen hat allein die Stadtbibliothek Neuss verzeichnet, seit (2007) das Haus die Onleihe im Angebot hat. Die digitale Ausleihe war damals mit vier Pilotbibliotheken an den Start gegangen. Schon wenige Wochen später waren auch die Neusser dabei. Dass die erste Statistik des Hauses nur 26 Nutzer mit 52 Ausleihen ausweist, ist ohnehin kaum noch zu glauben. Schon ein Jahr später waren es 500.

Rund 17.750 Medien – dazu gehören auch elektronische Zeitungsausgaben, Videos oder Hörspiele – umfasst der Onleihe-Katalog des Neusser Hauses. 1610 werden dabei dem Bereich „Kinderbibliothek“ zugeordnet, 1238 der Jugendbibliothek, 1599 dem Bereich „Schule und Lernen“, 6099 sind Sachmedien und Ratgeber, 7185 gehören zum Bereich Belletristik und Unterhaltung. Dazu kommen noch 32 Medien im Bereich Musik. „Das Jahr 2019 war ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr für die Onleihe Neuss“, teilt die Stadtbibliothek mit, „über 82.000 Ausleihen wurden gezählt. Das sind 19 Prozent mehr als im Jahr zuvor.“

Doch trotz aller technischen Fortschritte auf dem Gebiet der E-Book-Reader und Tablets ist der Kaufvorgang weitergehend gleich geblieben. Die Divibib (Digitale virtuelle Bibliotheken) kauft von den Verlagen Leih-Lizenzen – sozusagen als Großhandel für alle Onleihen (oder eBibliotheken) der bundesdeutschen Bibliotheken.

An wesentlichen Dingen hat sich allen technischen Neuerungen zum Trotz für den Nutzer nicht viel geändert. Maximal fünf Vormerkungen kann jeder Nutzer machen. Neu ist allerdings die Leihfrist: Sie beträgt heute bis zu 28 Tage, und E-Books können auch vorzeitig zurückgegeben werden.