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Stadtarchiv Neuss freut sich über seltene NGZ-Ausgabe vom 16. Mai 1945

Aus dem Nachlass vom Technischen Leiter im Pressehaus Neuss : NGZ vom 16. Mai 1945 — Stadtarchiv erhält Rarität

Ein Blatt mit Seltenheitswert, von dem geschichtlich Interessierte zwar wussten, aber bisher nur Kopien in Neuss existierten, hat seinen Weg in das Stadtarchiv Neuss gefunden.

Im Auftrag der Familie Schnödewind aus Wickrath übergab Hans-Peter Albert von der Gesellschaft für Buchdruckerei (GfB) das begehrte Original nun an Jens Metzdorf und Annekatrin Schaller vom Stadtarchiv. Mit dem Blatt, datiert auf den 16. Mai 1945 und als so genannter Bürstenabzug produziert, hatten nur wenige Tage nach Kriegsende die GfB-Verantwortlichen um Verlagsleiter Friedrich Gottschall versucht, die Lizenzfreigabe für die Neuß-Grevenbroicher Zeitung zu erhalten. Ein Antrag, der von den Alliierten abgelehnt wurde. Die nur zwei Seiten umfassende Probenummer hatte der Pädagoge und Heimatdichter Karl Kreiner als Schriftleiter journalistisch zusammengestellt.

Dieses für die Neusser Stadtgeschichte bedeutende Druckerzeugnis hatte Karl-Heinz Schnödewind zufällig vor vielen Jahren in einem Aachener Antiquariat entdeckt und erworben. Schnödewind, der frühere Technischer Leiter im NGZ-Pressehaus, verstarb vor zwei Monaten im Alter von 77 Jahren. Es sei Wunsch der Familie Schnödewind, so sagte jetzt bei der Übergabe der Materialien Hans-Peter Albert von der GfB, dass die Objekte mit NGZ- und Neuss-Bezug aus dem Nachlass von Karl-Heinz Schnödewind in den Bestand des Stadtarchivs Neuss übergehen. Ein Angebot, dass sich Jens Metzdorf nicht entgehen ließ: „Ein wichtiges Dokument der Neusser Stadt- und Mediengeschichte.“ Die mehr als 75 Jahre alte Zeitungsseite soll nun zunächst von Experten restauriert und dauerhaft gesichert werden. Dazu passt, dass Ende April die GfB ein Buch veröffentlichte, in der die Geschichte der GfB umfassend dargestellt wird; eine Geschichte, die zugleich auch die Geschichte der NGZ ist, die von der GfB verlegt wurde. Autorin des Buches ist Annekatrin Schaller, die sich bei ihrer Arbeit unter anderem auf die umfangreiche Quellensammlung stützte, die der frühere Redaktionsleiter Bert Pütz bereits Ende der 1990er Jahre angelegt hatte. Das Material hatte Schaller um eigene Recherchen ergänzt, ebenso um Interviews mit Zeitzeugen. Einer ihrer ergiebigen Gesprächspartner war Karl-Heinz Schnödewind, der „seiner NGZ“ eng verbunden war: mit großem Wissen und Gespür für „unsere Zeitung“ – wie er intern die NGZ gern bezeichnete.