Neuss: Stadt will Kita-Angebot stark ausbauen

Neuss : Stadt will Kita-Angebot stark ausbauen

Auch künftig wird sich die Stadt von ihren vielen Container-Kitas nicht trennen, sondern für den Ausbau der Kinderbetreuung weiter auf Provisorien setzen. Aber auch Neubauten sind geplant, denn die Zahl der Kinder nimmt zu.

Der viel beschworene demografische Wandel kann Neuss — zumindest noch — nichts anhaben. Denn die Stadt wächst. Wie eine aktuelle Statistik der Verwaltung zeigt, wird die Zahl der Kinder unter sechs Jahren bis Herbst 2015 um 186 steigen. "Darauf müssen wir reagieren", sagt Ann Christin Kaup vom Neusser Jugendamt. Ihr Team hat ein ganzes Maßnahmenpaket zusammengestellt, auch weil die Nachfrage der Eltern nach Betreuungsplätzen für Kinder generell zunimmt.

"Wir wollen bestehende Provisorien ausweiten und Neubauten schaffen", erläutert Kaup die Ziele des Jugendamts für das Kita-Jahr 2015. Für dieses Jahr sind alle Umbau- und Neubauvorhaben bereits abgeschlossen, 290 neue Kita-Plätze sind geschaffen worden. Weil das jedoch nicht ausreicht, denkt die Verwaltung voraus — und bekam nun vom Jugendhilfeausschuss Unterstützung dafür, gleich mehrere Projekte in Angriff zu nehmen.

So soll in Allerheiligen langfristig ein zweiter Kindergarten entstehen. Erst im vergangenen Juli hatte dort die Lebenshilfe ihren Kita-Neubau eröffnet, der langfristig den schon seit über zwölf Jahren bestehenden Containerbau an der Holbeinstraße ablösen sollte. Davon ist längst keine Rede mehr — nun soll das Provisorium ausgeweitet werden. "Wir planen dort einen Neubau, den das städtische Gebäudemanagement realisieren soll", kündigte Kaup an. Dann soll diese neue Kita den Container endgültig überflüssig machen — allerdings erst ab 2016.

Eine Übergangslösung plant die Verwaltung auch für den Stadtteil Holzheim. Dort soll am Blausteinsweg ein neuer Kindergarten entstehen. Weil dafür die Planungen noch ganz am Anfang stehen, soll zunächst einmal ein Containermodul aufgestellt werden, das am Ludgerusring Platz finden soll.

Eigentlich hatte die Stadt bei der Realisierung von neuen Kitas auch auf die Plätze der "Lukita" des Lukaskrankenhauses an der Königstraße sowie auf ein Projekt der Wohnungsbaugenossenschaft GWG an der Weberstraße gesetzt. "Bei diesen Projekten gibt es jedoch Probleme mit dem Baurecht", erläuterte Ann Christin Kaup im Jugendhilfeausschuss. Die Plätze sollen zwar weiterhin realisiert werden, doch die Umsetzung verzögert sich. Das bringt das Jugendamt auf anderen "Baustellen" in Zeitnot. So war eigentlich vorgesehen gewesen, zwei neue Kitas in Grimlinghausen und in der Nordstadt über eine Ausschreibung zu vergeben. "Doch das würde zu lange dauern", sagt Kaup. Auch bei diesen beiden Projekten an der Volmerswerther Straße im Süden sowie an der "Langen Hecke" im Norden soll nun, wie in Allerheiligen, das Gebäudemanagement einspringen.

"Unser Ziel sind 450 neue Plätze bis August 2015", sagt Kaup, die als Ziel der Stadt weiterhin eine Betreuungsquote von 43 Prozent für die Kinder unter drei Jahren und eine 100-prozentige Versorgung für Kinder über drei Jahren ausgibt. Jugendhilfeausschussvorsitzender Thomas Nickel (CDU) begrüßte wie seine Kollegen die Pläne der Verwaltung. "Es ist sehr erfreulich, dass Neuss weiter wächst, aber es stellt die Stadt auch vor Herausforderungen", fasste er das Ergebnis der Sitzung zusammen.

(NGZ)
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