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Neuss: Stadt will ein Flüchtlingsheim für das Land bauen

Neuss : Stadt will ein Flüchtlingsheim für das Land bauen

Die Stadt Neuss soll dauerhaft Standort einer zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes für Flüchtlinge werden. Das wünscht sich auch Bürgermeister Herbert Napp, der der Bezirksregierung Arnsberg, der für Flüchtlingsfragen in Nordrhein-Westfalen federführenden Behörde, ein weitreichendes Angebot gemacht hat: Als Ersatz für das noch vom Land genutzte ehemalige Alexius-Krankenhaus will die Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft bauen und dem Land verpachten. Das schriftliche Angebot ist unterwegs, Napp rechnet mit einer schnellen Antwort.

In der Tat ist das Land unter Druck, denn der Zustrom von Flüchtlingen hält unvermindert an. 7800 Plätze stehen landesweit zur Verfügung, 10 000 müssten es nach Schätzungen der Malteser bis zum Jahresende sein, sagt Andreas Degelmann, Koordinator für Flüchtlingshilfe dieses Verbandes. Doch schnelle Lösungen scheitern oft an der Eignung der angebotenen Immobilien - oder am Widerstand im Umfeld. Gegenwehr kann Napp in Neuss, wo die Unterkunft im ehemaligen "Alex" schon zwei Jahre betrieben wird, nicht erkennen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es dort zuletzt Probleme vor allem mit nordafrikanischen Männern gab. Und bei einem Neubau müsste man keine Altimmobilie ummodeln, sondern könnte das Haus gleich auf die Erfordernisse hin ausrichten. So denkt Napp zum Beispiel an eine gut ausgestattete interne Krankenstation, die die Ambulanzen an den Neusser Krankenhäusern, die einen regelrechten Ansturm von Flüchtlingen mit Behandlungswünschen bewältigen mussten, entlasten würde.

Als Standort hat Napp eine städtische Fläche zwischen Rennbahn und Stresemannallee im Blick. Einerseits zentral gelegen und verkehrstechnisch gut angebunden, andererseits doch so weit ab, dass Nachbarn durch die Einrichtung kaum tangiert werden. Weil für diese Fläche noch Baurecht geschaffen werden muss, rechnet Napp mit keiner Eröffnung der Einrichtung vor 2016. Aber er ist ohnedies überzeugt, dass im "Alex", wo der Betrieb gerade erst bis Mitte 2015 verlängert wurde, auch am Jahresende 2015 noch Flüchtlinge wohnen.

Größter Vorteil aus Sicht der Stadt: Sie spart Geld. Verpflegung und Krankenversorgung der 500 Flüchtlinge im "Alex" zahlt das Land, dass diese Zahl voll auf die Zuweisungen für Neuss anrechnet.

(-nau)