Stadt Neuss wählt neue Bäume nach deren Hitzeresistenz aus

Klimawandel in Neuss : Stadt pflanzt zunehmend Bäume, die Hitze gut ertragen

Die Sommer werden länger und heißer – vor allem in der Stadt kühlt es sich nachts kaum mehr ab. „Der Versiegelungsgrad in den Städten ist einfach zu groß“, sagt Henrike Mölleken, Leiterin des Amts für Stadtgrün, Umwelt und Klima.

Auch in der Stadt Neuss gebe es tendenziell zu wenig Grünflächen. Oft würden Versorgungsleitungen in schmalen Straßen das Pflazen von Bäumen verhindern, aber auch Stürme, Schädlinge und steigende Temperaturen würden den Bäumen zusetzen. „Die Bäume sind gestresst“, sagt Mölleken.

Im Durchschnitt werden jährlich rund 1000 neue Bäume im Neusser Stadtgebiet gepflanzt. Besonders jene, die Hitze besser aushalten, werden von den 60 Gärtnern der Stadt neu eingepflanzt. In der Fontanestraße beispielsweise wurden deshalb Vogelbeerbäume im vergangenen Jahr eingesetzt. Gepflanzt wird immer von Oktober bis März, wenn die Bäume unbelaubt sind. Vegetationsruhe heißt diese Zeit.

Die Stadt setzt bei der Auswahl auf eine ausgewogene Mischung verschiedener Arten, „da die Entwicklung immer wieder gezeigt hat, dass durch das plötzliche Auftreten neuer Schädlinge bisher hochgeschätzte Arten plötzlich zu Problembäumen werden“, sagt Peter Fischer, Sprecher der Stadt Neuss.

Damit die Bäume gut anwachsen, bekommen sie durch einen Dreibock aus Holz eine Stütze, Substrat aus Lava unter dem Wurzelballen speichert das Wasser und um manchen Stamm wird aus Erde ein  Gießring geformt, damit das Wasser nicht zur Seite abfließt, sondern einsickert.

„Aus meiner Kindheit kenne ich noch tagelangen Nieselregen. Den gibt es heute kaum noch“, sagt Mölleken. Dabei sei gerade dieser der beste für den Boden, so die Landschaftsplanerin, weil er langsam einsickert  und nicht wie Starkregen einfach abfließt. „Wir können aber nur mit mehr Grün, das Klima in den Städten neutralisieren und die Temperaturen senken“, sagt sie.

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