Stadt Neuss testet Laternen mit Bewegungsmelder

Neue Lichttechnik : Neuss testet Bewegungsmelder für 19.000 Laternen

Die Stadt Neuss prüft, ob sich durch den Einsatz von Bewegungsmeldern an Straßenlaternen Geld sparen lässt. An der Bergheimer Straße startete die Stadt nun einen Feldversuch.

Das Tiefbaumanagement der Stadt (TMN) testet den Einsatz von Straßenlaternen mit „Bewegungsmelder“. Der Feldversuch wurde an der Bergheimer Straße gestartet und inzwischen auch auf den Konrad-Adenauer-Ring im Abschnitt zwischen Preußenstraße und Rheydter Straße ausgeweitet. Vordringlichste Frage: Lässt sich damit Geld sparen? Doch darüber hinaus könnte ein im Ergebnis erfolgreicher Test auch eine Lösung für die Straßen aufzeigen, wo derzeit nachts die Beleuchtung einfach abgeschaltet wird.

Der Konrad-Adenauer-Ring zwischen Rheydter Straße und Steinhausstraße gehört dazu. Dort ist es in den meisten Monaten des Jahres zwischen Mitternacht und 5.30 Uhr am Morgen zappenduster. Mehrfach hatten sich Anwohner aus dem Bereich Klever Straße darüber beschwert und aus Sicherheitsgründen gefordert: Licht an! Aber auch der Bauausschuss, der das Thema am Mittwochabend auf dem Tisch hatte, wollte diesen von der SPD zum Antrag erhobenen Wunsch nicht erfüllen. Der Antrag wurde abgelehnt, könnte aber wiederkommen.

Das Tiefbaumanagement verbindet die Bewegungsmelder-Technik mit der Umrüstung auf die energiesparende Umrüstung der Straßenlampen von Quecksilberdampf-Hochdruckleuchten auf „Licht-emittierende Dioden“, kurz (LED).  Seit 2012 läuft die Umrüstung der knapp 19.000 Laternen im Stadtgebiet. Bis zum vergangenen Jahr, als die Politik eine schnellere Gangart forderte, waren 11,5 Prozent der Bestandslampen auf LEDs umgestellt.

Die Bewegungsmelder-Technik  kommt jetzt obendrauf. „Wenn wir das machen, machen wir das richtig“, sagt TMN-Betriebsleiter Johannes Steinhauer. Er glaubt an einen finanziell positiven Effekt, wollte die Bewegungsmelder aber nicht nur nach Katalog kaufen. „Es ist immer besser, eine Entscheidung auf eigenen Erfahrungen aufzubauen“, sagt er.

Die Technik selbst ist einfach erklärt. Regt sich auf der Straße nichts, schaltet sich die Laterne nicht ab, sondern dimmt herunter. Nähert sich ein Auto oder ein Fußgänger, lässt der Bewegungsmelder die LEDs sofort hell strahlen. Anders als die Quecksilberdampf-Leuchten sind die auch sofort mit 100 Prozent Lichtleistung da.

Dieter Zander (Grüne) will auf jeden Fall sichergestellt haben, dass die Anwohner jetzt nicht im Bett liegen und von immer wieder an- und ausgehenden Lampen belästigt werden. Das sei sicher zu prüfen, sagt Steinhauer, doch glaubt er das eher nicht. „Wir schalten die Technik ja erst ein, wenn die meisten Menschen die Augen zu haben“, sagt er lakonisch.

Genau das war ja der Grund, warum die Stadtväter 1995 im Rahmen einer Haushaltskonsolidierung der zeitlich befristeten Abschaltung der Straßenlaternen zustimmten. An fünf Straßen wurden die Anlagen sogar dauerhaft ausgeknipst. Den jährlichen Einspareffekt in der Gegenwart hat die Verwaltung ermittelt und auf insgesamt 28.730 Euro saldiert. 2770 davon bringt die nächtliche Abschaltung am Konrad-Adenauer-Ring ein.

Die Lampen am Konrad-Adenauer-Ring sollen nachts wieder leuchten. Doch die Stadt sagt nein – und prüft eine Lichtschaltung mit Bewegungsmelder. Foto: Christoph Kleinau

Der Hauptausschuss, der das Thema im April auf dem Zettel hatte, wollte dem Bürgerwillen damals auch deshalb nicht entsprechen, weil der Erste Beigeordnete Frank Gensler eine Kettenreaktion vorhersagte. Gebe man diesem Wunsch am Konrad-Adenauer-Ring nach - könnten Bürger von genau 40 Straßen das gleiche Recht für sich einfordern.