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Stadt Neuss sucht einen Baustellen-Kümmerer

„Streetworker“ soll aufklären : Stadt Neuss sucht den „Baustellen-Kümmerer“

Die Verwaltung erreicht mit Informationen über Tiefbau-Vorhaben nicht alle Bürger. Das will sie ändern.

Die Stadt definiert den Begriff „Streetworker“ neu. Statt diese als Sozialarbeiter zu den Jugendlichen in bestimmten Ortsteilen zu schicken, soll der Streetworker neuen Typs auf die Straßen-Baustellen dieser Stadt gehen. Denn dem Tiefbaumanagement (TMN) entsteht ein „Imageschaden aus Unkenntnis“, wie die CDU-Stadtverordnete Stephanie Wellens betont, die immer wieder Kritik über die Arbeit der Tiefbaukolonnen zu hören bekommt. Grund: Die Tiefbauer dringen mit ihren Informationen „oft nicht bis zum Bürger durch“. Also tut ein „Aufklärer“ Not, der den Bürgern die Arbeit des ehemaligen Tiefbauamtes verdeutlicht und erklärt.

Gefunden ist der Bauexperte noch nicht. Erst für das Wirtschaftsjahr 2019 soll der TMN-Stellenplan nach Auskunft von Geschäftsführer Frank Gensler um diese eine Funktion erweitert werden. Er ist ganz begeistert von der Idee, denn der Baustellen-Kümmerer könnte gleich die Lösung für zwei Probleme werden: Er schließt eine Informationslücke und entlastet zudem die Baustellenleiter, die bislang (und nach Genslers Ansicht viel zu oft) auch als Öffentlichkeitsarbeiter gefordert sind. Das koste Zeit und manchmal auch Kraft.

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Stück für Stück ergänzt das TMN damit seine Informationspolitik, die nach Überzeugung von Betriebsleiter Johannes Steinhauer schon jetzt gut und nach vorne orientiert sei. Vor jedem Bauvorhaben würden Flyer an betroffene Haushalte verteilt, bei größeren Projekten Informationsabende für die Nachbarschaft organisiert. Und sind die Bagger schon am Werk, werden Baustellenbüro mit festen Sprechstunden für die Anwohner eingerichtet.

Man wolle den Versuch mit dem Baustellen-Kümmerer auf jeden Fall unternehmen, sagt Gensler. „Er trägt hoffentlich dazu bei, die Zufriedenheit der Bürger mit dem Baustellen-Management zu erhöhen.“ Um diesem auch ein echtes Instrument an die Hand zu geben, soll er sich um das im Mai beschlossene und für diesen Herbst angekündigte „Baustellen-Radar“ kümmern. Diese immer verfügbare Nachrichtenquelle im Internet soll in Echtzeit darüber informieren, was Stadtwerke, Tiefbaumanagement oder die Infrastruktur Neuss (ISN) planen, tun – oder wo es mal hakt.