Stadt Neuss saniert Fahrbahnen und gibt 650.000 Euro für das Deckenerneuerungsprogramm aus

Deckenerneuerungsprogramm : 650.000 Euro für neue Fahrbahnen

Mit ihrem Decken-Erneuerungsprogramm will die Stadt größeren Schäden an Straßen und Wegen vorbeugen.

Der Winter hat sich noch nicht geschlagen gegeben, doch die vier Mitarbeiter des Tiefbaumanagements, die als amtliche „Begeher“ den Zustand der gut 1200 Straßen im Stadtgebiet kontrollieren, müssen schon Ende Januar Bericht erstatten. Kernfrage der Betriebsführung: Hat der Frost, auch wenn es bislang kaum eisige Tage gab, den Zustand der Straßen verschlechtert? Von ihrer Antwort wird abhängen, ob das Decken-Erneuerungsprogramm noch einmal neu gefasst werden muss.

Der Radweg an der Kölner Straße ist stellenweise ein Flickenteppich. Foto: Christoph Kleinau

Dabei listet die Verwaltung darin schon jetzt elf Verkehrswege auf, deren Zustand unübersehbar schlecht (geworden) ist. Straßen und Wirtschaftswege sind darunter, aber seit einigen Jahren auch Radwege. Mit der Augustinus-, der Heine- und der Lortzingstraße kommen – ausweislich des „Baustellenradars“ auf der Internetseite der Stadt Neuss – noch drei Straßen als Überhang aus dem Vorjahr hinzu. Das klingt nach enorm viel Arbeit und entsprechend vielen Unannehmlichkeiten für die Anwohner, doch Bereichsleiter Johannes Steinhauer betont die Alternativlosigkeit der Arbeiten. „Außer“, fügt er hinzu, „man möchte alles verkommen lassen“.

Der Wirtschaftsweg Eselspfad bekommt eine Asphaltdecke. Foto: Christoph Kleinau

Und das möchte man nicht. Dem Decken-Erneuerungsprogramm kommt dabei sogar eine Präventivfunktion zu. Reparaturen an der Oberfläche sollen verhindern, dass gravierende Schäden entstehen, die auch die Substanz der Straße in unteren (Trag)-Schichten schädigen. Denn das hätte zeit- und kostenintensivere Sanierungen zur Folge.

Baustellen in der City: Die Bustrasse Promenadenstraße hat es nötig. Foto: Christoph Kleinau

So kommt Steinhauer zu der Einschätzung: „Der Unterhaltungszustand unserer Straßen ist gut.“ Und er weiß auch warum: „Zum Glück haben wir auch die finanziellen Mittel dafür.“ Rumpelstrecken wie in anderen Städten finde man in Neuss nur noch sehr selten.

Die Finken- gilt als Hauptverkehrsstraße – trotz Schlaglöchern. Foto: Christoph Kleinau

Für die Radwege-Sanierung stehen laut Wirtschaftsplan des TMN jährlich 100.000 Euro zur Verfügung. Ausgegeben wird aber deutlich mehr, sagt Steinhauer. So wurden im Vorjahr 137.000 Euro für drei Wirtschaftswege, aber auch für Radwege an der Röckrather Straße, am Helpensteiner Kirchweg und einen ersten Abschnitt des Eselspfades verwendet. Zwei Anschlusstücke – von der Einsteinstraße bis zum Glehner Weg – kommen jetzt an die Reihe. Dann bekommt dieser bei Radlern beliebte Wirtschaftsweg erstmals eine Asphaltdeckschicht. Genau wie der Radweg an der Kölner Straße. Bei ihm registrierten die Begeher Schlaglöcher, Längsrillen, offene Fugen und eine sich auflösende Farbmarkierung.

Abgefräst und mit einer neuen Tragschicht versehen werden Brahmstraße (ab Niederdonker Weg), Düsseldorfer Straße (Colling- bis Rheintorstraße), Finkenstraße, Niederdonker Weg, die Zufahrt zur Sportanlage am Nixhütter Weg, die Tulpen- und die Bustrasse der Promenadenstraße. Gesamtkosten: 650.000 Euro.

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