Stadt Neuss pflanzt in Parks keine Rosskastanien mehr

Stadt Neuss gibt Bericht zum Zustand der Bäume : Stadt pflanzt in Parks keine Rosskastanien mehr

Die Rosskastanie ist eine aussterbende Art. In Neuss wird sie jedenfalls nicht mehr nachgepflanzt, berichtet Peter Parmentier vom Amt für Stadtgrün, Umwelt und Klima. Hauptgrund dafür ist der Befall immer größerer Kastanienbestände mit einem Bakterium, gegen das die Bäume keine Resistenzen gebildet haben und das eine Komplexerkrankung auslöst.

Zudem setzt die Miniermotte den Bäumen zu. Dieser Befall führt – wie Jahr für Jahr auch an der Drususallee zu beobachten ist – zu einer Braunfärbung und zum vorzeitigen Blattverlust. „Das schwächt die geschwächten Bäume zusätzlich.“, sagt Parmentier.

Die Folgen zwingen die Verwaltung am Nordkanal zum Handeln. Aus dem Alleebestand von 118 Bäumen mussten im Februar acht Kastanien gefällt werden. Ein Aufschub sei nicht möglich gewesen, sagt die Verwaltung. Sie begründet das mit einem generell zu beobachtenden Verlust der Standsicherheit der Bäume. Weil diese seit 2010 von den krank machenden Bakterien befallen sind, was zum Absterben der Bäume führt, ist die Lebenserwartung der Baumallee nach Angaben von Umweltdezernent Matthias Welpmann nur noch mittelfristig zu gewährleisten. Der Entschluss steht daher fest: Die Allee wird umgebaut. Schon im Herbst werden am Nordkanal 60 Linden gespflanzt.

Denn Linden gehören aus Sicht des Baumexperten nicht zu den Sorgenkindern im öffentlichen Grün. Dort hat die Verwaltung 45.640 Einzelbäume in einem Grünkataster verzeichnet. Nimmt man noch solche im Gruppenbestand hinzu, ist die Stadt für mehr als 70.000 Bäume verantwortlich, sagt Parmentier. 3898 davon machen Kummer – und Arbeit. Der Experte spricht von Schäden, die besonderen Kontrollaufwand erfordern. Sonst sind nur regelmäßige Sichtprüfungen im belaubten beziehungsweise unbelaubten Zustand vorgeschrieben.

Etwas genauer sieht die Stadt bei den Platanen hin. Sie sind zwar weniger anfällig für „Sonnenbrand“, werden aber zunehmend von Pilzbefall bedroht. Dieser siedelt sich auf den Oberseiten der Äste an, was innerhalb weniger Monate zu Abbrüchen führen kann.

Ein besonderes Augenmerk haben die Gärtner auch auf Ahornbäume, weil sie in vielen Beständen die Hauptbaumart sind. Sie leiden oft unter der Rußrindenkrankheit. Hoffnung macht Parmentier, was die Eschen angeht. Das Eschentriebsterben hat zwar dramatische Ausmaße angenommen, wird aber nicht zur Ausrottung der Art führen.

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