Stadt Neuss legt Standort für die erste Ampel mit Schützen-Symbol fest

Brauchtum in Neuss : Erste Schützenampel auf dem Büchel

Weil sich keine Sponsoren fanden, zahlt die Stadt das Referenzobjekt.

Die „Schützen-Ampel“ kommt. „Die Zeichen stehen auf Grün“, sagt Bürgermeister Reiner Breuer, der mit seinen Mitarbeitern vom Amt für Verkehrsangelegenheiten festgelegt hat, an welcher Wechsellichtzeichenanlage – so die amtsdeutsche Bezeichnung – bei Grün demnächst ein Schütze „marschieren“ soll. Die Wahl fiel auf die Kreuzung von Büchel, Sebastianusstraße und Glockhammer, wo sich am Schützenfestsonntag ja auch das Regiment sammelt, bevor es auf den Markt zieht.

Wann die Ampel dort umgerüstet wird, ist derzeit noch offen. Klar scheint wohl nur: Das Referenzobjekt wird vom Amt für Verkehrsangelegenheiten bezahlt. Denn das von Anfang an verfolgte Ziel, dafür Sponsoren zu finden, wurde bislang verfehlt. Zwei Interessenten habe es gegeben, sagt Jürgen Sturm, Geschäftsführer von Neuss-Marketing. Bei beiden sei das Interesse rasch wieder erloschen.

Den Vorschlag, in der Schützenhauptstadt Neuss die Ampelmännchen gegen Modelle mit Hut und Gewehr auszutauschen, hatte die Neusser SPD im Oktober formuliert. „Wenn wir mit wenig Aufwand aus verkehrsregelnden Hoheitszeichen ein Stück Heimatverbundenheit machen können, sollten wir das tun“, begründete die Stadtverordnete Constanze Stroeks die Idee. Der Rat stimmte dem Vorhaben unter der Maßgabe zu, dass der Stadt keine Kosten entstehen.

In einem ersten Schritt war zu klären, ob die Umrüstung rechtlich möglich ist. Denn egal ob das Männchen geht oder steht: Das von ihm ausgehende Signal muss eindeutig sein. Diese Klärung ist erfolgt. Das Amt für Verkehrslenkung könnte die Umrüstung nun beim Tiefbaumanagement in Auftragt geben – wenn feststehen würde, wie die „Schützen-Ampelmännchen“ aussehen sollen. Von den Agenturen, die angeblich der Stadt Vorschläge – auch für Merchandising-Artikel – machen wollten, sei bei ihm noch keine vorstellig geworden, sagt Sturm. Er will die Gestaltung daher den Bürgerschützen übertragen. „Externe können das nur falsch machen.“

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