Stadt Neuss investiert 35 Millionen in ihre Gebäude

Stadt investiert 35 Millionen Euro in ihre Gebäude: Die Baustellen der Gebäudemanager

Der Regiebetrieb GMN ist (fast) umstrukturiert, jetzt greift er wieder an - und investiert 35 Millionen Euro. Einige der 14 zusätzlichen vom Rat bewilligten Stellen müssen allerdings noch besetzt werden.

Das oft als zu langsam gescholtene Gebäudemanagement der Stadt (GMN) will auf die Überholspur wechseln. Der im vergangenen Jahr für 2019 entwickelte Wirtschaftsplan wurde aktuell so ausgeweitet, dass unter dem Strich zusätzliche Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von neun Millionen Euro stehen. Damit will das GMN auch Aufträge des Rates aufarbeiten, die bislang liegen bleiben mussten. „Wir trauen uns das zu“, sagt Dirk Reimann, der kaufmännische Betriebsleiter. Wenn das Personal zur Verfügung steht.

14 zusätzliche Stellen hatte der Rat bewilligt, damit das GMN die übertragenen Aufgaben auch umsetzen kann. Die Freigabe von 1,5 Millionen Euro für zusätzliche Personalkosten gehen damit einher. Noch sind die neuen Mitarbeiter zwar nicht an Bord, doch wurden die Stellen zum Teil schon vergeben, sagte Planungsdezernent Christoph Hölters als GMN-Betriebsleiter. Die Entscheidung des Rates, Ingenieuren eine Gehaltsgruppe mehr anbieten zu können, habe Neuss im Wettbewerb mit anderen Kommunen konkurrenzfähig gemacht und zeige Wirkung.

Manpower ist das eine, schlanke Strukturen ein anderes Element für mehr Durchschlagskraft am Bau. In Stabsstellen wurden die Themen Auftragsvergabe und Honorare gebündelt, eine weitere ist unter dem Stichwort Projektsteuerung geplant. Zudem wurden die Bauleiter von Verwaltungstätigkeiten entlastet und eine „mobile Werkstatt“ aufgebaut, die Reparaturen erledigt, sobald die über eine – ebenfalls neu geschaffene – zentrale Meldestelle registriert wurde. Was noch fehlt im Paket ist nicht der lange gewünschte GMN-Betriebsleiter oberhalb der kaufmännischen beziehungsweise technischen Ebene. Die Suche nach einem solchen Bauexperten wurde endgültig eingestellt, nachdem der einzige infrage kommende Kandidat diese Stelle nicht angetreten hat. Nein, fehlen würde nach Hölters Darstellung noch ein neuer Kommunikationskanal des GMN in Richtung Politik. Er denkt an einen neuen Unter- oder eigenständigen Betriebsausschuss.

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Mit einer vergrößerten Truppe will das GMN 2019 Projekte im Bereich Hochbau mit einem Finanzvolumen von 35 Millionen Euro schultern. 28,1 Millionen fließen in den Neubau, rund 6,8 Millionen in den Bereich Instandhaltung.

Trotzdem will das GMN auch 2019 mit einem Überschuss in Höhe von 10.800 Euro abschließen. Zum Vergleich: Die Jahresrechnung 2017 weist 349.000 Euro im Plus aus. Aber Gewinn sei nicht das Ziel, sagt Reimann. Das GMN sei ein „Non-profit-Center“, die in dann fünf kaufmännisch erfolgreichen Jahren kumulierten Überschüsse in Höhe von inzwischen 750.000 Euro würden dem Kämmerer zur Verfügung gestellt.

Einer der größten Brocken im Bereich Instandhaltung – ist ein Abriss. 1,2 Millionen Euro wendet das GMN auf, um die PCB-belastete Dreikönigengrundschule an der Weberstraße niederzulegen. Weitere Posten sind die Flachdachsanierung an der Janusz-Korczak-Gesamtschule (400.000 Euro) und die Kanalsanierung an der Pestalozzischule (500.000). Bei den Investitionen in neue Gebäude stechen die Erweiterung der Görresschule (2,3 Millionen), der weitere Ausbau der Gesamtschule Nordstadt (3,2 Millionen) und Anstrengungen zum Ausbau des OGS-Angebotes (zwei Millionen) hervor. Dass es nicht an Arbeit mangelt, zeigt eine Zahl: 51 Millionen. Aufträge des Rates in dieser Größe  warten auf Erledigung.

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