Stadt Neuss führt das Goldene Stadtwappen als höchste Auszeichnung ein.

Stadt Neuss erlässt neue Ehrungssatzung : Ehrenwappen als höchste Auszeichnung

Mit einer umfassenden „Ehrungssatzung“ führt die Stadt das „Goldene Ehrenwappen“ als neue Ehrengabe ein. Zugleich regelt sie die Vergabekriterien für alle Auszeichnungen neu – und auch, wer sich im Goldenen Buch verewigen darf.

Die Stadt sagte Dankeschön. Zu den vielen Möglichkeiten, das zu tun, haben Politik und Verwaltung jetzt mit einer neuen „Ehrungssatzung“ auch eine neue Auszeichnung erschaffen: das „Goldene Ehrenwappen“. Diese Auszeichnung, die als Brosche getragen werden soll, gilt – neben der Ehrenbürgerwürde – künftig als höchste Auszeichnung, die Neuss zu vergeben hat. Um diesen Rang zu unterstreichen legt die Satzung fest, dass das Ehrenwappen nur einmal im Jahr verliehen werden kann – und dass jeweils im Wechsel ein Mann und eine Frau zu bedenken sind.

Die Auszeichnung wurde etabliert, ohne dass man im Rathaus schon einen konkreten Namen „im Hinterkopf hat“, sagt Stadtpressesprecher Peter Fischer. Und weil die Entscheidung des Hauptausschusses noch so frisch ist, gebe es auch noch keinen Entwurf, wie diese Brosche aussehen wird. Nur ein Kostenrahmen existiert: 1000 Euro darf das Ehrenwappen kosten, fünf will die Stadt davon anschaffen. Zunächst einmal.

Mit der neuen Ehrungssatzung setzt Bürgermeister Reiner Breuer seine „Aufräumarbeiten“ fort. Mit den Brauchtumsvereinen hatte er angefangen. Aber im Vergleich mit dem gerade abgeschlossenen Projekt, an die Stelle zum Teil über 100 Jahre alter Absprachen vertragliche Regelungen und klare Zuständigkeiten zu setzen, ist die Ehrungsordnung eine vergleichsweise überschaubare Baustelle. Aber auch dort fehlen klare (Verfahrens)-Regelungen. Die gab es bisher nur für Ehrengaben an Mandatsträger, und auch dieses Richtlinie ist inzwischen 35 Jahre alt.

Die neue Satzung gibt nun ein Regelwerk für wirkliche jede Auszeichnung vor – bis hin zu Alters- und Ehejubiläen. Eine erste Glückwunschkarte erhalten Neusser erst, wenn sie das 90. Lebensjahr vollenden – und auch erst ab dem 100. Geburtstag jährlich. Und Ehejubilare müssen erst zur Diamanthochzeit eine Tasse Kaffee für den Bürgermeister oder seinen Stellvertreter aufschütten, der sie dann persönlich besucht. Der Glückwunsch zur Goldhochzeit kommt mit der Post.

Für die Würdigung besonderer Verdienste hat die Stadt einiges in petto: das „Große Stadtsiegel“, das in Silber und Bronze verliehen werden kann, die Ratskanne, das Quirinus-Relief und den Bürgermeisterhammer. Ein Teil davon aber bleibt Stadtverordneten vorbehalten. Die Ratskanne (aus Zinn) erhält zum Beispiel, wer drei Sitzungsperioden lang dem Rat angehört hat. Ab vier Wahlperioden besteht Anspruch auf das Quirinus-Relief. War man als Mitglied des Rates eine Amtsperiode lang (stellvertretender) Bürgermeister, ist die Verleihung des „Bürgermeisterhammers“ (aus Bronze) unvermeidbar.

Wer sich als Bürger um das Ansehen und Wohl der Stadt durch besonderes Engagement verdient gemacht hat, kann – auf Beschluss des Rates – das Stadtsiegel in Bronze erhalten. Stellt der Rat fest, dass das gezeigte Engagement sogar über das übliche Maß hinausgeht, steht der Verleihung des Stadtsiegels in Silber nichts im Wege. Aber was das genau bedeutet, bleibt eine Ermessensentscheidung. Jüngster Preisträger ist Wilhelm Fuchs, der nach 17 Jahren als Vorsitzender des Stadtsportverbandes zum Abschied vergangene Woche diese Ehrung erhielt.

Nicht zuletzt regelt die Satzung auch, wer sich in das Goldene Buch eintragen darf. Der- oder diejenige muss eine Person des öffentlichen Lebens sein oder sich um die Stadt verdient gemacht haben – und darf sich nur einmal in diesem Buch verewigen. Die Entscheidung darüber obliegt künftig alleine dem Bürgermeister. Eindeutiger geht es nicht.

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