Stadt Neuss etabliert einen kriminalpräventiven Rat

Kriminalität in Neuss : Stadt etabliert einen kriminalpräventiven Rat

Die Stadt Neuss folgt dem Beispiel einiger Nachbarstädte und etabliert einen kriminalpräventiven Rat. Ein solches Koordinierungs- und Beratungsgremium, das zu einer systematischen Verhütung von Straftaten beitragen soll, hatte es vor Jahren schon einmal gegeben, war aber eingeschlafen.

Angesichts einer aus seiner Sicht besorgniserregenden Entwicklung bei den Gewalt- und Drogendelikten wollte Thomas Kaumanns (CDU) einer umgehenden Wiederbelebung dieses Rates fordern, musste das aber nicht im Hauptausschuss formell zum Antrag erheben. Denn das ist längst in Vorbereitung.

Zur Vorbereitung einer Tagung in der zweiten Jahreshälfte würden derzeit Themen zusammengetragen, erklärte Ordnungsdezernent Holger Lachmann. Dazu sind zunächst Ordnungs-, Sozial- und Jugendamt im Gespräch. Auf jeden Fall werde die einmal angestoßene Arbeit im kommenden Jahr fortgesetzt. Ein Sprecher der Polizei sagte im Hauptausschuss die Teilnahme seiner Behörde zu, die durch das Kommissariat Prävention und Opferschutz vertreten sein wird.

13.018 Straftaten wurden im vergangenen Jahr laut Kriminalitätsstatistik bearbeitet, 230 mehr als 2017 – aber weniger als im Jahresmittel der vergangenen Dekade. Stabilität auf niedrigem Niveau, sagte Roland Sperling (Linke), der um Relativierung bemüht war und damit den Widerspruch von Bürgermeister Reiner Breuer provozierte: „Es kann nie ein niedriges Niveau geben, das akzeptabel wäre.“

Während die Politik zufrieden zur Kenntnis nahm, dass – bei steigender Aufklärungsquote – die Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt, fand sie nicht hinnehmbar, dass die Zahl der Gewaltdelikte (Raub, Mord, Körperverletzung) um 55 auf 404 Taten stieg. Gleiches galt für die Zunahme der Drogendelikte. Um sie einzudämmen, so Breuer, setze die Stadt auf Prävention und Streetworker.

(-nau)
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