Stadt Neuss erwägt Abbau des „Sehrohres“ am Platz vor dem Romaneum

Neugestaltung in Neuss : Stadt erwägt Abbau des „Sehrohres“ am Romaneum

Die ständigen Sachbeschädigungen am Platz vor dem Romaneum hat sich die Verwaltung lange genug gefallen lassen. Nach den Ferien diskutiert der Kulturausschuss über eine Neugestaltung des Platzes an der Hymgasse.

„Der jetzige Zustand ist unbefriedigend“, sagt Bürgermeister Breuer, der das Thema auf die Septembersitzung des Kulturausschusses bringen will. Derzeit würden verschiedene Varianten für eine Veränderung geprüft, sagt Breuer. Eine ist so weitreichend, dass sie auch den Abbau des so genannten „Sehrohres“ beinhaltet.

Dieses „Sehrohr“ ist ein mit einer Glasscheibe abgedeckter Stahlring, der unmittelbar über den Fundamenten einer römisches Mansio, also eines antiken Rasthauses, errichtet wurde. Während der Grundriss dieses Gebäudes auf dem Platz im ältesten Teil der Stadt in Form von Intarsien nachzuvollziehen ist, kann man beim Blick durch das „Sehrohr“ die originale Bausubstanz erkennen. So zumindest war das bei der Gestaltung der Platzfläche geplant. Um das Sehrohr „durchsichtig“ zu erhalten, bedurfte es in der Folge aber nicht nur besonders geschulter Fensterreiniger, oft war auch der Glaser selbst gefragt und musste die Scheibe erneuern. Auch aktuell ist der „Durchblick“ nicht ungetrübt, zeigt das Sicherheitsglas der Scheibe tiefe Risse. Und weil sich unter der Scheibe Feuchtigkeit sammelt, ist das Mauerwerk der Mansio zum Teil von Grün überwuchert. 

Auf diesen Zustand machte eine Neusserin am Freitag im Rat aufmerksam und nutzte die Bürgerfragestunde vor Eintritt in die Tagesordnung, um darüber Beschwerde zu führen. Eine zweite Anfrage aus der Bürgerschaft galt den Schrotträdern am Hauptbahnhof. Die Caritas, die dort die Radstation betreibt, wäre als Kooperationspartner der Stadt eigentlich verpflichtet, erkennbar herrenlose Fahrräder zu entsorgen. Tatsächlich aber nehme deren Zahl von Monat zu Monat zu, sagte der Petent. Angeblich, so hatte der Fragesteller gehört, weil die Verhandlungen zwischen Stadt und Caritas noch immer nicht abgeschlossen sind. Breuer sagte zu, dem auf den Grund zu gehen.

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