Stadt Neuss baut Warnsystem neu auf

Neuss baut Warnsystem auf : Stadt legt 39 Sirenenstandorte fest

Der Wiederaufbau des Warnsystems wurde ausgeschrieben. Die Stadt Neuss gibt Zeitverzug zu. Vor zwei Jahren hatte der Rat beschlossen, ein flächendeckendes Warnsystem aufzubauen.

Die Stadt hinkt beim Wiederaufbau eines Sirenennetzes ein halbes Jahr hinter ihrem eigenen Zeitplan zurück. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des Stadtverordneten Jörg Geerlings hervor, der Alarm geschlagen hatte. Ihn erschüttert, dass zwei Jahre nach dem Ratsbeschluss zum Aufbau eines flächendeckenden Warnsystems von diesem noch immer kein Ton zu hören ist. Aber: Schnell beschlossen ist noch nicht schnell gemacht.

Insgesamt hat die Stadt 39 Gebäude und Grundstücke identifiziert, auf denen wieder eine Sirene aufgebaut werden soll. In 21 Fällen handelt es sich um städtische Gebäude, bei den anderen Standorten geht es – wie etwa beim Hotel Crown Plaza oder der Volksbank – um private Liegenschaften. Mit einigen privaten Immobilienbesitzern konnte aber bisher noch kein Einvernehmen über die Montage einer Sirene erzielt werden.

Aktueller Stand ist: Die Ausschreibung der Sirenen ist erfolgt. Ihre Installation will die Stadt in zwei Schritten vollziehen: Erst geht es allein um städtische Liegenschaften im Stadtgebiet, und erst im zweiten Schritt sind die Privatgebäude an der Reihe. Montiert wird erst im Stadtzentrum und von dort aus in die Ortsteile.

Im Jahr 2008 hatte die Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren die These formuliert, dass in der Bundesrepublik auch nach dem Ende des kalten Krieges (das in Neuss die Demontage der Sirenen zur Folge hatte) ein flächendeckendes und einheitliches Warnsystem notwendig ist. Das wiederum sei ohne Sirenen nicht vorstellbar. Die weiteren Diskussionen hatten zur Folge, dass der Aufbau eines Warnsystems Teil des Brandschutzbedarfsplanes für Neuss wurde.. Nur die Umsetzung verzögerte sich – auch wegen des hohen Koordinierungsaufwandes mit privaten Partnern, so die Stadt.

Für den Aufbau der Sirenen hat die Stadt in ihren Etats bis 2020 insgesamt 800.000 Euro eingeplant. Das Land beteiligt sich mit 121.000 Euro.

Standort sollen werden: Gewerbegebiet Bataverstraße, Kita Thomas Morus, GWG-Haus Kaarster Straße, Schwann-Kolleg, Curie-Gymnasium, „Haus Lebensbrücke“, Firma Sels, Firma Raiffeisen Agravis, Arbeitsagentur, Kita Rheydter Straße, Quirinus-Gymnasium, GMN am Meerer Hof, Volksbank, Plaza Crown Hotel, Berufskolleg Hammfelddamm, Spe-Kolleg, Nelly-Sachs-Gymnasium, Konrad- und Petsalozzischule, Feuerwache Grimlinghausen, Gewerbegebiet Bussardstraße, Martin-, Geschwister-Scholl- und Andreas-Schule, Seniorenzentrum Bedburger Straße, Altenwohnheim Rembrandtstraße, Bezirkssportanlage Reuschenberg, Gesamtschule an der Erft, Martinussschule, Kita Trockenpützstraße, Ladenzentrum Otto-Wels-Straße, Kita Helpenstein, Richard-Schirrmann-Schule, Schützenwiese Schlicherum, Firma Flüchten in Allerheiligen, Feuerwache Rosellen, Seniorenzentrum Neunkirchner-Straße, Hochhaus Artur-Platz-Weg und bei Alunorf.

Hier geht es zur Infostrecke: Alarm im Rhein-Kreis - wenn Sirenen heulen

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