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Stadt Neuss baut noch mehr Kreisverkehre

Verkehrsplanung in Neuss : Noch mehr Kreisverkehre in der Kreisstadt

Kreisverkehre funktionieren nicht an allen Verkehrsknoten. Trotzdem will die Stadt ihre Zahl von derzeit 28 auf 34 „echte“ Kreisel ausbauen. Dazu kommen Kreisverkehre, die laut Baurecht keine sind – und ein ganz neuer Typus.

In der Kreisstadt Neuss, die immer mehr zur „Kreiselstadt“ wird, hält jetzt ein neuer Typus Einzug: der „halbe Kreisverkehr“. Gebaut werden soll er frühestens im kommenden Jahr im Verknüpfungspunkt von Schillerstraße und An der Obererft – allerdings nicht in der geometrischen Mitte, sondern abgerückt von der abknickenden Vorfahrtstraße. Ziel: Radfahrer und Fußgänger sollen sicherer über die weite und unübersichtliche Einmündung der Nebenstraßen geführt werden.

So neu wie der „halbe“ Kreisel ist auch das Ziel, das mit ihm erreicht werden soll. Denn „normale Kreisverkehre“, berichtet Planungsdezernent Christoph Hölters, dienen entweder der Verstetigung des Verkehrsstromes oder der Verkehrsberuhigung etwa an Ortseingängen. Für Radfahrer und Fußgänger verlängern sie aber nicht nur die Wege, sondern sind gerade für Radler auch nicht ohne Risiken. Zu beobachten ist das etwa an der Kreuzung Further Straße/Römerstraße, wo Radler im Kreisel höllisch Acht geben müssen auf ein- wie ausfahrende Kraftfahrzeuge.

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Aber was heißt schon „normal“ bei Kreisverkehren. Von den 28 Kreiseln, die das Planungsamt aktuell auflisten kann, trägt keiner diese Bezeichnung. Es gibt Mini-Kreisverkehre, klärt Hölters auf, mit einem Außenradius von 13 bis 22 Metern. Sie sind damit so eng,  dass der Mittelpunkt überfahrbar sein muss, damit an diesen Stellen auch Lastwagen durchkommen. In der zweiten Kategorie gibt es „kleine Kreisverkehre“ mit einem Außenradius von 26 Metern – und darüber nur noch „kleine Kreisverkehre mit zweispuriger Fahrbahn“. Diese Teller in der Landschaft können Radien von bis zu 60 Metern haben, sagt Hölters, aber normale oder große Kreisel kenne das „Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren“ nicht.

In den kommenden fünf bis sieben Jahren wird die Zahl der echten Kreisverkehre auf 34 wachsen. Der erste davon entsteht noch in diesem Jahr an der Nievenheimer Straße, um das dort geplante Neubaugebiet an diese Landesstraße  anzubinden, sagt Hölters. Er sieht weitere Baustellen der Zukunft an der Bataver Straße (Höhe Real), am Kreitzweg in Holzheim und an der Verknüpfung von Aurin- und Erprather Straße. Dort werde ein Kreisel schon seit Jahren als Element der Schulwegsicherung gefordert, sagt er. Für den seit Jahren geforderten Kreisverkehr an der Einmündung der Hochstaden- in die Villestraße südlich von Hoisten gebe es jetzt einen Planfeststellungsbeschluss, ergänzt Hölters, der auch einen Kreisverkehr am nördlichen Ortsausgang von Hoisten bauen will. Über den soll die Feuerwache Süd ans Straßennetz angebunden werden.

Kreisverkehre sind aber kein Allheilmittel der Verkehrspolitik, sagt der Planer. Der mehrfach diskutierte Vorschlag, die Zufahrt zur Geulenstraße und damit zum Johanna-Etienne-Krankenhaus als Kreisverkehr auszubauen, sei verworfen worden, weil über die Venloer Straße zu viel Verkehr fließt, der sich vor diesem Kreisel stauen würde. „Und ein Kreisverkehr, der eine Signalisierung in der Zufahrt braucht, wäre schizophren“, sagt Hölters, der auch der mehrfach geforderten Umformung des Friedrich-Ebert-Platzes wenig Chancen gibt. „Zu viele Verkehrsachsen, die auch nicht im rechten Winkel auf diesen Knoten treffen“, sagt er.

Staus sind auch am Kreisel „Benno-Nußbaum-Platz“ nicht selten, trotzdem würde Hölters ihn heute wieder bauen. „Das ist der anspruchsvollste Kreisverkehr“, sagt Hölters – aber was Unfälle angeht, „völlig unauffällig“.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Kreisel-Varianten gibt es in Neuss