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Stadt-Marketing beendet Streit mit Hotel in Neuss

Neue Klimaanlage für Stadthalle Neuss : Neuss Marketing beendet Streit mit Dorint-Hotel

Jahrzehnte wurde darum gerungen, wer für die Klimatechnik in den Teilen der Stadthalle verantwortlich ist, die vom angrenzenden Hotel mitgenutzt werden. Diese Baustelle wurde geschlossen. Das schafft Luft für das Thema Rennbahn.

Die stadteigene Marketing-Gesellschaft „Neuss Marketing“ hat mit der Erneuerung der Klimatechnik die bisher größte Einzelinvestition in die Stadthalle getätigt und zugleich einen Dauerstreit mit dem Besitzer des angrenzenden Hotels beendet.

Für die Köche im Dorint-Hotel heißt das: Sie können heute das Menü für den Ball zur Krönung der neuen Schützenmajestät wieder mit Gas und ohne Ohrenstöpsel kochen. Denn während der mehrwöchigen Umbauzeit musste man sich mit einem Lüftungsprovisorium behelfen – sehr laut, sehr leistungsarm. Die Verantwortlichen bei Neuss-Marketing wiederum bekommen nach Abschluss des Projektes wieder mehr Zeit, um sich um ein anderes Sorgenkind zu kümmern – die Rennbahn.

Im Wirtschaftsplan für die kommenden fünf Jahre hat Neuss-Marketing nach Angaben von Geschäftsführer Jürgen Sturm die Rennbahn auf Null gesetzt. Keine Einnahmen, keine Ausgaben, die mit dem Galoppsport zusammenhängen. Damit hat das städtische Tochterunternehmen, das gegenüber dem Neusser Reit- und Rennverein als Veranstalter der Rennen als Vermieter auftritt, das Thema Galopp buchhalterisch schon abgeschlossen. Die nächste Rennsaison ist zwar noch Betrieb, das erste Rennen auf den 23. Oktober terminiert, doch wurde der Mietvertrag mit dem Reitverein, der die Rennen ausrichtet, bekanntlich zum Ende des Jahres 2019 gekündigt. Und Sturm glaubt nicht, dass dieser Schritt durch neue Verhandlungen (nach neuen Anstrengungen des Vereins) noch rückgängig gemacht werden könnte. Sturm drängt auf endgültige Klarheit. „Wir wollen auf der Rennbahn weiter aktiv sein – und nicht nur als Hausmeister oder Gärtner“, sagt Sturm, der schon Zusagen für die „Nach-Galopp-Zeit“ gemacht hat, zum Beispiel für die „Equitana Open Air“ 2020 oder das „Rheinische Oktoberfest“.

Streitpunkt zwischen Reitern und Neuss-Marketing war, dass der Rennverein Verpflichtungen nicht erfüllte, die vertraglich klar geregelt waren. Streitpunkt zwischen der Gesellschaft und dem Hotel hingegen war, dass eine solche klare Regelung fehlte. Zumindest zur Schmetterfrage: Wer ist für die Klimatechnik in den vom Hotel genutzten Räumen der Stadthalle verantwortlich? Diese Frage ist strittig, seit das Hotel 1995 eröffnete, berichtet Ralph Dymek, bei der Stadt für die rund 50 Jahre alte Stadthalle verantwortlich.

Letztlich schulterte Neuss-Marketing als Vermieter von Stadthalle, Hotelküche und Hotelrestaurant, Bistro und Versammlungssälen das rund 280.000 Euro teure Projekt. Das fiel etwas leichter, weil mit der 2017 beurkundeten Verlängerung des Mietvertrages zwischen Stadt und Hotel-Betreiber um weitere 20 Jahre ein finanzieller Zuschuss seitens des Pächters verbunden war.

Die neue Klimaanlage ist die größte Einzelinvestition, tatsächlich aber steckt Neuss-Marketing jährlich größere Beträge in die größte Veranstaltungshalle der Stadt. Ein Großteil des Daches wurde 2017 saniert, zudem etliche Stühle angeschafft – weil die „Nachkaufgarantie“ Für dieses Modell auslief. für dieses Jahr sind noch Dachdecker beauftragt, den Teil des Hallendaches zu erneuern, über dem die neue Klimatechnik thront.

Während die Fronten zwischen Hotelbetreiber und Neuss-Marketing begradigt sind, ist die Frage, wem das Hotel gehört, wieder offen. Auch die jüngsten Verkaufsverhandlungen wurden wieder auf Eis gelegt.