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Neuss: Stadt lässt Konzept für Einzelhandel erneuern

Neuss : Stadt lässt Konzept für Einzelhandel erneuern

Um zu planen, wo in der Stadt Geschäfte angesiedelt werden, will die Stadt ihr Einzelhandelskonzept auf einen aktuellen Stand bringen.

Im Neusser Einzelhandel hat sind in den vergangenen Jahren viel verändert, am sichtbarsten wohl mit dem Rheinpark-Center, das 2011 eröffnete und seitdem für viele Neusser eine Alternative zur Innenstadt geworden ist. Um auf Veränderungen wie diese eingehen zu können, und um die künftige Entwicklung des Einzelhandels in der Quirinusstadt zu steuern, lässt die Neusser Wirtschaftsförderung nun das Einzelhandelskonzept der Stadt fortschreiben.

"Wir brauchen aktuelle Daten vor allem, um Neuansiedlungen von Geschäften zu steuern", erläutert Wirtschaftsförderer Frank Wolters. Die Daten des alten Projekts stammten aus den Jahren 2007 bis 2008. "Seitdem hat sich in der Struktur des Einzelhandels in Neuss viel verändert", sagt Wolters über die Fortschreibung des Plans, die rund 16 000 Euro kosten soll. Geld, das die Verwaltung auch wegen einer neuen Rechtslage ausgeben muss.

Denn für die Steuerung großflächiger Einzelhandelsvorhaben war bis Ende 2011 auch das Landesentwicklungsprogramm (LEPro) zuständig. Seitdem ist vonseiten der Landesregierung eine Neufassung in Planung, an der sich die Neusser Gutachter orientieren wollen, damit künftige Neuansiedlungen rechtssicher sind.

Dass Einzelhandelsvorhaben gesteuert werden müssen, liegt daran, dass eine Balance zwischen Stadtzentren und der Ortsteilversorgung geschaffen werden muss. Dabei gilt: Neue Geschäfte dürfen den Bestand des Sortiments in der Innenstadt nicht gefährden. Die City soll weiter Hauptanziehungspunkt für Kunden sein, lautet die Devise. Inwiefern das Rheinparkcenter als Alternative dazu eine Rolle spielt, wird das neue Einzelhandelskonzept zeigen.

Den Fokus auf die Innenstadt verdeutlicht ein weiterer Aspekt, der bei dem neuen Gutachten überarbeitet werden soll: die sogenannte Neusser Liste. Mit ihr haben die Experten vor drei Jahren festgestellt, welche Sortimente für die City sowie die "Nebenzentren" in den Stadtteilen wichtig und unabdingbar sind. Dazu gehören etwa Textilien, Spielwaren oder Fahrräder.

Die Liste ist nicht nur eine Analyse, sondern auch wichtig für Neuansiedlungen. Denn die Sortimente auf der Liste dürfen nicht abseits der Zentren verkauft werden. Wirtschaftsförderer Wolters erklärt dies an dem Beispiel Zoobedarf. Der ist derzeit Bestandteil der Neusser Liste, abseits der Nahversorgungszentren darf also kein Fachmarkt eröffnen. "Der Trend geht in dieser Branche aber in Richtung XXL-Märkte", berichtet Wolters. Für die sei in der Innenstadt kein Platz, doch der Nachfragedruck seitens der Unternehmen sei groß.

"Das Einzelhandelskonzept hilft, solche Anfragen einzuordnen", sagt Wolters, der auch abseits von Nischen wie dem Zoobedarf den Trend der Händler erkennt, auf großen Flächen abseits der Zentren zu expandieren, etwa in Form von Outlets. "Es ist unsere Aufgabe, auszubalancieren zwischen Zentrum und Fläche", sagt Wolters. Nur so könne die Stadt weiter einen Branchenmix anbieten, ohne die City zu gefährden.

(NGZ/rl)