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Stadtporträt Neuss: Wirtschaft, Kultur und Brauchtum

Stadtporträt Neuss : Wirtschaft, Kultur und Brauchtum

Neuss ist gemessen an seiner Einwohnerzahl die größte kreisangehörige Stadt in der Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund der großen Verehrung des heiligen Quirinus – Schutzpatron der Stadt – wird Neuss häufig auch als Quirinusstadt bezeichnet.

Neuss ist gemessen an seiner Einwohnerzahl die größte kreisangehörige Stadt in der Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund der großen Verehrung des heiligen Quirinus — Schutzpatron der Stadt — wird Neuss häufig auch als Quirinusstadt bezeichnet.

Besonders bekannt ist Neuss durch das größte Schützenfest am Niederrhein, auf das sich mehr als 5.000 Schützen und 1500 Musiker schon das ganze Jahr über freuen.

Wirtschaftlich ist Neuss durch den Industriehafen und das Dienstleistungsgewerbe geprägt. Die Häfen Düsseldorf und Neuss werden seit 2003 von einer gemeinsamen Gesellschaft mit Sitz in Neuss verwaltet. Größere Gewerbegebiete gibt es außerhalb des Hafens im nahe gelegenen Hammfeld sowie im Süden der Stadt.

Die Neusser Wirtschaft ist geprägt von der Eisen-, Aluminium- und Papierverarbeitung sowie der Nahrungsmittelindustrie. In den zurückliegenden Jahren hat aber auch die Bedeutung der Bereiche rund um Technologie, Logistik und Handel zugenommen.

Kulturell bietet Neuss eine breite Theaterlandschaft. Neben dem Rheinischen Landestheater, das seit 70 Jahren mit seinem festen Ensemble und einem abwechslungsreichem Programm die Zuschauer begeistert, gibt es noch freie Bühnen wie das Theater am Schlachthof sowie einen maßstabgerechten Nachbau des Londoner Globe. In dem Rundbau findet seit 1991 jährlich das Neusser Shakespeare-Festival statt, bei dem internationale und nationale Schauspielgruppen neue Interpretationen der Shakespeare'schen Werke zeigen.

Kunst und Kulturgeschichte werden im Clemens-Sels Museum vereint: mit historischen Fundstücken zur römischen und mittelalterlichen Vergangenheit der Quirinusstadt sowie mit umfangreichen Kunstsammlungen etwa zu den Präraffaeliten oder zur Naiven Kunst.

Auf der Museumsinsel Hombroich ist zeitgenössische Kunst in die Landschaft einbettet, in der vom japanischen Stararchitekten Tadao Ando erbauten Langen Foundation auf der Raketenstation Hombroich wechseln sich Klassiker der Moderne mit aktueller Kunst oder japanischen Rollbildern ab. Mit dem "Feld-Haus" und seiner umfangreichen Sammlung populärer Druckgrafik hat die Raketenstation ein weiteres Museum bekommen. Im Haus Rottels befindet sich das "Rheinische Schützenmuseum".

Neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Quirinusmünster, sind weitere Bauwerke sehenswert. So kann zum Beispiel das Obertor, eines der mächtigsten Stadttore im Rheinland, oder die Stadtmauer am Hamtorplatz besichtigt werden.

Sport ist Mord? Nicht so in Neuss. Die Galopprennbahn am Rand der Innenstadt wurde 1995 zur Allwetterbahn umgebaut. Mit der Skihalle in Neuss-Grefrath entstand in den 90er Jahren die erste und größte Skihalle Deutschlands, die Skiliebhabern nun das ganze Jahr zur Verfügung steht. Auch die Eislauf-Mehrzweckhalle im Südpark oder der Sporthafen in Grimlinghausen sind für die sportbegeisterten Neusser stets geöffnet.

Doch die Neusser üben nicht nur selbst Sport aus — hier wird auch Sport gezeigt. Seit 1982 wird in Neuss der "Internationale Neusser Sommernachtslauf" ausgerichtet, beim dem sowohl internationale Spitzenläufer als auch zahlreiche Freizeitläufer starten. Auch die "Tour de Neuss" durch die Innenstadt erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit und lockt neben hochkarätigen Radsportlern auch viele Besucher in die Stadt.

Die Geschichte

16 vor Christi Geburt

An der wichtigsten Römerstraße von Köln nach Xanten entsteht an der Erftmündung ein römisches Legionslager.

1. Jahrhundert

Entstehung der ersten Zivilsiedlung "Novaesium" im heutigen Zentrum der Stadt als wichtiger Standort für Handwerker und Fernhändler.

1050

Überführung der Gebeine des römischen Tribuns und Märtyrers St. Quirinus von Rom nach Neuss.

1021

Erste Erwähnung als Handelsplatz

12. Jahrhundert

Erste Neusser Stadtbefestigung. Landwirtschaft, Getreide-, Vieh- und Weinhandel fördern die Wirtschaftskraft.

1209

Grundsteinlegung für den Bau des St. Quirinus- Münsters durch Magister Wolbero. Neuss wird zu einem bedeutenden Pilgerzentrum im Rheinland.

1475

Erfolglose Belagerung durch Karl den Kühnen. Für den erfolgreichen Widerstand verleiht Kaiser Friedrich III. Neuss unter anderem die Hanserechte, das Recht der Münzprägung und das Recht, den goldenen Reichsadler im Wappen zu führen.

1586

Großer Stadtbrand und Zerstörung von mehr als zwei Drittel der Stadt.

1741

Brand des Quirinus-Münsters. Wiederaufbau mit Kuppel und Standbild des Heiligen Quirinus.

1794-1814

Neuss unter französischer Herrschaft. Mit der Forderung "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ziehen revolutionäre Ideen ins Rheinland ein. Viele Klöster und kirchliche Einrichtungen werden säkularisiert.

1815-1946

Neuss im Königreich / Land Preußen.

1835

Ausbau des Hafens

1850

Neuss zählt etwa 9.000 Einwohner

1881

Aufschwung der Industrie mit zahlreichen Firmengründungen. Erweiterung des Stadtgebiets.

1888-1900

Systematische Ausgrabungen des ersten römischen Kastells.

1950

Neuss hat 64.000 Einwohner

1963

Die Zahl von 100.000 Einwohnern wird erreicht.

1975

Kommunale Neugliederung und Erhöhung der Einwohnerzahl auf 150.000.

1976 bis heute

Planvolle Entwicklung der Stadt zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Dienstleistungsstandort in der Region. Kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Neuss - Sightseeing in Bildern

(NGZO/url)