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Neuss: Stadt fürchtet Chaos bei den Abi-Feiern

Neuss : Stadt fürchtet Chaos bei den Abi-Feiern

Die hohe Zahl der Schulabgänger im doppelten Abiturjahrgang bereitet den Schulen Sorge. Denn sie fürchten, dass Feiern außer Kontrolle geraten könnten. Daher wird nun die Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Polizei verstärkt.

Wenn 1038 Schüler auf einmal Abitur machen, ist das für die städtischen Ordnungshüter eine Herausforderung. Um Pöbeleien, Alkoholexzesse und sonstigen Schwierigkeiten vorzubeugen, sind Schulen, Polizei sowie die Ämter für Verkehr und Ordnung bereits aktiv: Bei einer ersten Zusammenkunft aller Akteure sind nun erste Maßnahmen beschlossen worden.

"Uns geht es vor allem darum, die Schüler des doppelten Abiturjahrgangs zu sensibilisieren", sagt Uwe Neumann, kommissarischer Leiter des Neusser Ordnungsamts. Nur durch die Einsicht der Jugendlichen könne verhindert werden, dass die sprichwörtlichen "Chaostage" rund um Mottowoche und Abi-Parade nicht tatsächlich im Chaos enden.

Ideengeber dieser nun engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Ordnungshütern ist Ulrich Dauben, Schulleiter des Quirinus-Gymnasiums. 267 Abiturienten wird er in diesem Jahr verabschieden, eine Rekordzahl, die ihm Sorge bereitet. Schon bei "normalen" Abi-Jahrgängen gebe es Probleme, etwa mit Alkohol oder Pöbeleien, und nicht nur er fürchtet, dass sich dieser Ärger vervielfacht. "Das war noch nie eine Woche, auf die sich Lehrer freuen", sagt auch Gerhard Kath, Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums, mit Blick auf die sogenannte Mottowoche vor den Abiturprüfungen, bei denen die Schüler verkleidet kommen und gern auch anderen Schulen Streiche spielen. "Die Taten Einzelner ruinieren den Ruf aller Schüler": So formuliert es Manfred Neumann, Schulleiter des Nelly-Sachs-Gymnasiums, der fürchtet, dass durch die höhere Zahl der Abiturienten auch die Zahl der potenziellen "Störer" ansteigt.

Bei ihren Gegenmaßnahmen setzt die Gruppe um Ordnungsamtsleiter Neumann auf die Einsicht der Jugendlichen. Bei dem Treffen, an dem auch Schülervertreter der weiterführenden Schulen teilnahmen, wurde daher beschlossen, dass in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Brief aufgesetzt werden soll, der später an alle Neusser Abiturienten verteilt wird. Entstehen soll eine Art Selbstverpflichtung, die Regeln aufzeigt, an die sich alle Schüler halten sollten.

"Wir wollen den Jugendlichen bewusst machen, dass richtiges Verhalten zu stressfreien, schönen Feierlichkeiten beiträgt", sagt Neumann, der nichts davon hält, die Schüler unter Druck zu setzen. Wohl aber könne man die Jugendlichen daran erinnern, dass das Abitur ein Reifezeugnis ist. "Sich an Spielregeln zu halten, gehört zum Erwachsenenwerden eben dazu", sagt Neumann, der bei den Vorbereitungen auf die Abi-Feierlichkeiten sowohl die Motto-Wochen als auch die Abi-Parade mit 4000 Teilnehmern in der Innenstadt und die Abi-Fete in den Blick nimmt. Letztere findet, nachdem es bereits im Vorjahr Probleme wegen Überfüllung gegeben hatte, wieder in der Eventhalle an der Hansastraße statt. Ein Sicherheits- und Sanitätskonzept sei dafür bereits aufgestellt worden.

Eins stellt Neumann übereinstimmend mit den Neusser Schulleitern klar: Die Schüler sollen ihren Schulabschluss auch in großer Zahl gebührend feiern dürfen. "Den Spaß haben sich die Abiturienten auch verdient", sagt Neumann.

(NGZ/ac/rl)