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Neuss: Stadt erwartet mehr Wohnungsnotfälle

Neuss : Stadt erwartet mehr Wohnungsnotfälle

In Neuss werden immer mehr Menschen wohnungslos und müssen von der Fachstelle für Wohnungsnotfälle betreut werden. Die steigende Tendenz der Fallzahlen stellte der Leiter der Fachstelle, Ernst Goertz, jetzt im Sozialausschuss vor.

Demnach hat es im Jahr 2009 nur 170 fristlose Kündigungen von Wohnraum in der Stadt gegeben, 2011 waren es bereits 334 Fälle. Für 2012 erwartet die Fachstelle über 400 solcher Kündigungen. Auch die Zahl der Zwangsräumungen ist gestiegen, von 188 im Jahr 2009 auf 247 im Vorjahr.

In vielen Fällen sichert die Stadt den Wohnraum, indem sie Mietschulden übernimmt — 2009 und 2010 gab sie dafür jeweils knapp 40 000 Euro aus, 2011 nur 14 000 Euro. Für dieses Jahr erwartet die Fachstelle für Wohnungsnotfälle allerdings einen Anstieg auf knapp 59 000 Euro. Sorge bereitet den städtischen Experten die Deckelung der Mietkostenübernahme für Hartz-IV-Empfänger. Die Mietobergrenzen kritisiert Goertz als zu niedrig. "Immer mehr Haushalte werden nach preiswerten Wohnungen suchen, diese aber nicht finden", so Goertz, der daher im Ausschuss auch die Frage aufwarf, ob die vorhandenen Notunterkünfte der Stadt noch ausreichen, um die Betroffenen von Zwangsräumungen unterzubringen.

Derzeit unterhält die Stadt Neuss an zwei Standorten Notunterkünfte mit 23 Wohneinheiten. Teilweise sind daraus allerdings aus vorübergehenden Unterbringungen Dauerlösungen geworden, etwa in der Nordstadt, wo die Stadt mehrere Familien untergebracht hat, die in den Wohnungen nun schon seit mehreren Jahren leben.

(NGZ)