Neuss: Stadt bietet Land Asylheim am Berghäuschensweg an

Neuss : Stadt bietet Land Asylheim am Berghäuschensweg an

Die Landesregierung benötigt mehr Plätze in Zentralen Unterbringungseinrichtungen, um die wachsende Zahl von Flüchtlingen beherbergen zu können. Die Bezirksregierung Arnsberg als federführende Behörde hat sich daher an die Stadt Neuss um Hilfe gewandt. Die hat, wie Bürgermeister Herbert Napp bestätigte, dem Land das neue Übergangswohnheim am Berghäuschensweg mit 100 Plätzen und eine Baracke auf dem gleichen Grundstück mit 40 Plätzen angeboten. Deren Bewohner werden zum Derendorfweg umquartiert.

Seit 2012 ist Neuss Standort einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes und wird das auch bleiben. Wenn die Einrichtung im ehemaligen Alexianerkrankenhaus Ende kommenden Jahres schließt, soll die neue ZUE an der Stresemannallee mit bis zu 800 Plätzen fertig sein. Der erste Spatenstich zu ist gerade erst erfolgt.

Aber das reicht offenbar nicht. Im Alexianerkrankenhaus, wo zunächst nur 150 Flüchtlinge einquartiert wurden, wurden die Kapazitäten ständig weiter ausgebaut. 550 Bettenplätze bietet das Haus jetzt, in den kommenden drei Monaten werden noch einmal 100 hinzukommen. Dazu soll nun auch das Dachgeschoss hergerichtet werden.

Zusätzlich dazu hat die Stadt dem Land das Übergangswohnheim am Berghäuschensweg angeboten, das Anfang des Jahres bezugsfertig wurde. Seitdem war die Einrichtung frei gehalten worden für Zuweisungen, die ab Mai kommen sollten. Sie musste aber nicht belegt werden, weil, wie Jürgen Hages vom Sozialamt erklärt, Flüchtlingsfamilien in normalen Wohnungen untergebracht werden konnten, so dass etwa im Wohnheim Bergheimer Straße 90 Plätze frei wurden. Zudem wurden und werden neue Plätze geschaffen.

Mit 2,65 Millionen Euro war der Bau der Unterkunft Berghäuschenweg nicht preiswert, auf Sicht aber günstiger als eine auf zwei Jahre je Standort befristete Lösung mit Containern. Dafür liegen, so hat Napp nachrechnen lassen, die Mietkosten bei bis zu 40 Euro pro Quadratmeter monatlich. An den 27 Standorten für kommunale Übergangswohnheime will Napp daher - wo immer möglich - jetzt auf Container verzichten und massive Heime bauen.

(-nau)