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Neuss: Stadt baut Winterdienst aus

Neuss : Stadt baut Winterdienst aus

Die Abfall- und Wertstofflogistik hat auf die Kritik aus dem vergangenen Winter reagiert und verspricht, besser zu räumen und zu streuen. Schon jetzt lagern große Salzvorräte in einem neuen Lager im Hafen.

Schneeberge in den Nebenstraßen, eisglatte Straßen: Zur Jahreswende reagierten viele Neusser verständnislos auf den mangelhaften Winterdienst der Abfall- und Wertstofflogistik (AWL).

Die konnte, sagt sie, nicht besser arbeiten, weil es an Geräten und Salzvorräten mangelte. Im kommenden Winter soll alles besser werden, das versprach die Geschäftsführung gestern im Hauptausschuss. Dort zeigten sich die Politiker aller Fraktionen zufrieden. "Die AWL ist bemüht, zu den dringend nötigen Verbesserungen zu kommen", sagt SPD-Fraktionschef Reiner Breuer.

Salzvorräte Die AWL hat an der Danziger Straße im Hafen für ein Jahr eine Lagerhalle angemietet. Die dort bereits eingelagerte Salzmenge beträgt rund 2000 Tonnen. Hinzu kommen 300 Tonnen in den beiden Silos auf dem Stadtwerke-Gelände an der Moselstraße. "Engpässe dürften damit im kommenden Winter ausgeschlossen sein", sagt AWL-Geschäftsführer Stephan Lommetz. Im vergangenen Winter hätte die AWL rund 1600 Tonnen Streusalz benötigt, 1400 Tonnen Salz wurden verstreut. In einem durchschnittlichen Winter liegt der Streusalzbedarf laut AWL bei rund 400 Tonnen.

Priorität Grundsätzlich bleibt es bei der Prioritätenliste, in der die Straßen nach Wichtigkeit geordnet und dementsprechend gestreut werden. Neu ist, dass die Straßen im Hafengebiet die höchste Priorität erhalten.

Fuhrpark Zwei bereits vorhandene Fahrzeuge der AWL werden für den Winterdienst umgebaut. Zudem wird bei einem Fahrzeughersteller zusätzlich ein Geräteträger angemietet, der ein Streuen und Räumen auch in engen Straßen ermöglicht. Zudem werden kleine Räumschilde gekauft, die ebenfalls in engen Straßen eingesetzt werden können.

Fremde Hilfe Die AWL will mit dem Maschinenring Neuss-Mönchengladbach/Gilbach einen Ein-Jahres-Vertrag abschließen. Er ermöglicht es, Fremdfahrzeuge bei extremen Witterungsverhältnissen als Notfallreserve einzusetzen.

Personal In kritischen Stunden mit verstärktem Schneefall wird die AWL auch auf zusätzliches Personal von Zeitarbeitsfirmen zurückgreifen. Es soll hauptsächlich als Handstreuer zum Einsatz kommen. Lommetz: "Dadurch werden Stammmitarbeiter entlastet, die dann für andere Aufgaben zur Verfügung stehen."

Radwege Die Radwege werden wie bisher nur an den wichtigsten und gefährlichsten Stellen gestreut und geräumt. Es soll auf Antrag von Hartmut Rohmer (SPD) jedoch geprüft werden, die Wege zu den Schulen besonders in den Blick zu nehmen.

(NGZ/rl)