Neuss: Stabwechsel in der Pierburg-Zentrale

Neuss: Stabwechsel in der Pierburg-Zentrale

Rene Gansauge (44) ist neuer Vorsitzender der Geschäftsführungen der Pierburg GmbH und der Pierburg Pump Technology GmbH - und damit Leiter der Division Mechatronics. Er tritt die Nachfolge von Olaf Hedden (53) an.

Mitunter reicht eine U-Bahn-Fahrt, um voll und ganz im Rheinland anzukommen. Rene Gansauge denkt gerne an jenen Karnevalssonntag vor einigen Jahren zurück, als er mit seiner Ehefrau, einer US-Amerikanerin, zum ersten Mal in Richtung Düsseldorf-Altstadt fuhr - und an den Blick seiner Frau. "Das rheinische Winterbrauchtum hat sie da kennengelernt", sagt Gansauge. In diesem Jahr wird wohl das Sommerbrauchtum hinzukommen: Der 44-Jährige ist neuer Vorsitzender der Geschäftsführungen der Pierburg GmbH und der Pierburg Pump Technology GmbH und damit Leiter der Division Mechatronics innerhalb der Rheinmetall-Automotive-Gruppe. Ab sofort ist Neuss die berufliche Heimat des gebürtigen Moersers, der mit seiner Familie nach Lank-Latum ziehen wird. Und zu Neuss gehört nun mal das Schützenfest.

Rat und Tat zum Brauchtum kann er sich bei Olaf Hedden, der mit dem Schützenfest gut vertraut ist, holen. Der 53-Jährige ist im vergangenen Jahr in den Vorstand der Konzernmutter Rheinmetall Automotive berufen worden - und er ist Gansauges Vorgänger in der Neusser Pierburg-Zentrale. 2002 war Hedden als kaufmännischer Geschäftsführer zur Pierburg GmbH und damit in den Automotive-Bereich des Konzerns gewechselt, seit 2014 leitete er die Division Mechatronics. Jetzt gab es den Stabwechsel in der Zentrale an der Leuschstraße.

Auf Rene Gansauge wartet eine spannende Aufgabe. Die Automobilindustrie ist im Wandel, das bietet für den Automobilzulieferer neue Chancen. "Unsere Komponenten zur Schadstoff- und Verbrauchsreduzierung werden weiter benötigt, während mit der E-Mobilität ein wachsender Markt hinzukommt", sagt Hedden. Das Unternehmen will den Wandel mitgestalten und seine Marktführerpositionen beibehalten. "Wir suchen permanent weitere Ingenieure. Und wir wollen in den kommenden zwei Jahren im Zentralbereich rund 100 Mitarbeiter zusätzlich einstellen", betont Gansauge.

Die Division Mechatronics mit weltweit rund 5000 Mitarbeitern bleibt damit auf Wachstumskurs. 1400 Mitarbeiter gibt es in Neuss, allein in den vergangenen vier Jahren sind 400 hinzugekommen. Der Umsatz stieg jährlich in dieser Zeit um jeweils rund zehn Prozent, 50 Millionen Euro wurden in den Standort investiert. Mit dem neuen "Werk Niederrhein" - auf der Spitze der Hafenmole I hatte der Automobilzulieferer seine bis dato getrennten Produktionsstätten aus dem Neusser Barbaraviertel und aus Nettetal zusammengeführt - ist Pierburg näher an die Innenstadt und stärker ins Bewusstsein der Neusser gerückt. "Auf diese Entwicklung sind wir stolz", sagt Hedden. "Die Wahrnehmung ist gewachsen."

Rene Gansauge kennt das Unternehmen Pierburg - und natürlich die Zentrale in Neuss - seit mehr als zehn Jahren durch Tätigkeiten bei Tochterunternehmen auf verschiedenen Kontinenten. Der gelernte Werkzeugmacher und Diplom-Wirtschaftsingenieur trat 2005 als Controller bei der Pierburg Inc., South Carolina/USA, in das Unternehmen ein. Nach weiteren Stationen in der Pierburg-Zentrale in Neuss und als Managing Director der KSPG Automotive India Pvt Ltd. in Pune (Indien) war er seit September 2013 als President der Pierburg US, LLC für sämtliche Mechatronics-Interessen von Rheinmetall Automotive in Nordamerika verantwortlich.

(abu)