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Staatssekretärin Güler lobt Neusser Integrationsinitiative Kompass D

Initiative für ein selbstbestimmtes Leben in Neuss : Staatssekretärin lobt Kompass D

Staatssekretärin Serap Güler sieht in der Neusser Integrationsinitiative für Flüchtlinge viele vorbildliche Ansätze.

Das Lob kam aus berufenem Munde. Die Grundsätze, an denen die Neusser Unternehmer-Initiative Kompass D ihr Handeln ausrichte, sagte Serap Güler, „entsprichen komplett unseren Vorstellungen von Integrationsarbeit.“ Güler koordiniert als Staatssekretärin die Zukunftschancen für Flüchtlinge in NRW. Gestern informierte sie sich in Neuss über die Arbeit von Kompass D und kam bei dem Treffen in der 3M-Zentrale zu dem Schluss, dass eine Unterstützung für die Neusser Initiative aus Landesprogrammen möglich erscheine.

Eine positive Perspektive. Stelle der Rhein-Kreis, so Güler, entsprechende Anträge ans Land, werde eine Prüfung erfolgen. Kreisdirektor Dirk Brügge will der Aufforderung nachkommen, machte aber auf ein beinahe Alleinstellungsmerkmal von Kompass D aufmerksam: das starke Engagament der Wirtschaft, die Zeit und Geld investiere. „Ich halte viel davon, dass neben der öffentlichen Hand das unternehmerische Element weiterhin eine tragende Rolle spielt.“ Kein Widerspruch.

Seit 2015 gibt es die Initiative Kompass D, die aus einer Idee entstand, für die Manager der Werhahn KG und der Rheinland-Gruppe viele Unternehmen aus Stadt und Kreis Neuss gewannen. Mehr als 1,1 Millionen Euro stehen bis Ende 2021 zur Verfügung. Daran erinnerte Christoph Buchbender, Vorstand der Rheinland AG. Das Projekt, ursprünglich auf drei Jahre angelegt, wird fortgeführt. Das wird möglich, weil der Rhein-Kreis fortan die Personalkosten übernimmt. Auch die Stadt Neuss bleibt vor allem im organisatorischen Bereich im Boot.

Was ändert sich? Ursprünglich richtete sich Kompass D ausschließlich an junge Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. Sie sollten qualifiziert werden, da sie ohne Zeugnisse und Schulabschlüsse keine Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisse eingehen können. Ziel war und ist es, so J.-Andreas Werhahn aus dem Lenkungskreis, den jungen „Neu-Neussern ein selbstbestimmtes Leben“ mit einer positiven Lebenspersektive zu ermöglichen. Der Erfolg gab den Initiatoren Recht und ermunterte sie, weiter zu machen. Die Angebote von Kompass D stehen nun aber allen jungen Menschen aus dem Rhein-Kreis offen. Sie sollen so die Chance erhalten, „ihren Weg in die Mitte der Gesellschaft“ zu finden.

Aktuell sind 73 junge Menschen in den Programmen von Kompass D eingebunden, darunter nur 21 Frauen. Im Vorjahr war noch jeder dritte Teilnehmer weiblich. Werhahn verspricht: „Jede junge Frau, die mitmachen will, erhält einen Platz.“