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Neuss: Staatsschutz beobachtet Salafisten in Neuss

Neuss : Staatsschutz beobachtet Salafisten in Neuss

In einer Moschee in Neuss-Weckhoven hat am Wochenende ein Seminar von Islamisten stattgefunden. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums bestätigte auf Anfrage, dass die Veranstaltung von Salafisten aus der Solinger Millatu Ibraim Moschee organisiert worden war.

Der Verfassungsschutz beobachtet die Aktivitäten der Solinger Islamisten. "Die Sicherheitsbehörden nehmen die aktuelle Entwicklung sehr ernst", sagte Mathilde Koller, Chefin des NRW-Verfassungsschutzes, unserer Zeitung. Bei Straftaten würde konsequent eingeschritten.

Angeblich soll der frühere Gangster-Rapper "Deso Dogg" an der Tagung in Neuss teilgenommen haben. Der Musiker tritt unter dem Namen Abou Maleeq als islamischer Prediger auf. Der Deutsch-Ghanaer ruft muslimische Jugendliche dazu auf, nach strengen Glaubensregeln zu leben. "Deso Dogg" war jüngst von Berlin-Kreuzberg nach Bonn umgezogen.

Die Salafisten in Solingen stehen seit dem vergangenen Jahr im Visier der Ermittler. Im Juli waren zwei Konvertiten aus der Gruppe bei der Einreise nach England festgenommen worden, weil sie Bomben-Bauanleitungen im Gepäck hatten. Kürzlich wurde bekannt, dass der umstrittene Extremist Mohammed M. nach Solingen gezogen ist. Der Prediger soll zum Umfeld des Ex-Rappers "Deso Dogg" gehören. Die Salafisten streben einen Gottesstaat an, der mit den Säulen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist.

Am Samstag kam es vor der Moschee in Solingen zu einem Zwischenfall. Zwei unbekannte Täter griffen einen Journalisten in seinem Fahrzeug an, der die Moschee beobachtet hatte. Der Fotograf erstattete Strafanzeige.