Neuss: Sprungturm im Südbad wird abgerissen

Neuss : Sprungturm im Südbad wird abgerissen

Am Dienstag beginnt die Freibadsaison. Nach ihrem Ende starten die Stadtwerke eine Sanierung aller Außenanlagen. Das 50-Meter-Becken wird in Edelstahl ausgeführt, das Sprungbecken umfunktioniert. Hinzu kommen neue Umkleiden.

Schlechte Nachricht für wagemutige Typen: Die Stadtwerke reißen auf dem Freigelände des Südbades die Sprungtürme ab. Keine irgendwie runtergezitterten Sprünge vom "Zehner" mehr - und "Köpper" vom "Dreier" nur noch in der Schwimmhalle und unter Dach. Entfernt werden die beiden Türme erst nach Ende der Freibadsaison im September, wenn der Umbau des Südbades beginnt und anstelle des über 220 Quadratmeter großen Sprungbeckens eine Wasserwelt für Klein- und Kleinstkinder entsteht. Doch das Sprungverbot gilt schon vom Start der Freibadsaison am kommenden Dienstag (15.) an - aus Sicherheitsgründen.

Foto: Woitschützke Andreas

"Wir hätten den Turm gerne erhalten", betont Stadtwerke-Chef Stephan Lommetz. Doch bei der fälligen Sanierung hätten neue Normen Anwendung finden müssen. Und die erfüllt weder das Becken, das nicht tief und nicht groß genug ist, noch der Turm. Bei ihm bemängelten Prüfer, die eine sofortige Stilllegung sehr dringlich empfahlen, die zu geringen (Seiten)-Abstände zwischen den einzelnen Sprungebenen. Auf anderen Anlagen hätte das schon zu schweren Unfällen geführt, sagt Lommetz.

Foto: Woitschützke Andreas

Die schlechte Nachricht für "Kunstflieger" und ihre Bewunderer ist eine gute für Familien. Denn sie werden als Zielgruppe im Bad noch ernster genommen und noch besser bedient. Die Kinder-Wasserwelt ist der eine Punkt dabei, die Sanierung des 50-Meter-Beckens unter freiem Himmel ein anderer. Das bleibt in seiner Länge erhalten, seine Sohle wird jedoch auf einem Drittel der Fläche auf die Stehtiefe von 1,36 Meter angehoben. "Für Schwimmer bringt das keine Einschränkung", sagt Bäder-Chef Matthias Braun, doch komme man damit dem Wunsch vieler Eltern nach, mit ihren Kindern im Wasser zum Beispiel Ball spielen zu können.

Die Sanierung des Südbades ist Teil zwei der Runderneuerung. Zunächst hatten sich die Stadtwerke als neuer Hausherr der einst städtischen Anlage in den Jahren 2005 bis 2007 das Hallenbad vorgeknöpft, das zu einem Erlebnisbad verwandelt und mit einem Cabriodach ausgestattet wurde. Das wurde schon an den vergangenen sonnigen Tagen aufgeschoben und vermittelte ein Freibadgefühl - vor Beginn der Freibadsaison. Nun geht es in Phase zwei, die mit dem neuen Bäderkonzept verzahnt werden musste, um die Außenanlagen.

Die haben das offenbar bitter nötig. Der Aufwand, um das Freibad sommerfit zu machen, sei von Jahr zu Jahr größer geworden, sagt Braun. Kniffelig war dabei nach Angaben von Bäderbetriebsleiter Alexander Bride immer die Frage, wie die frostanfälligen Fliesen über den Winter gekommen sind. Dieses Risiko schließt die Stadtwerke-Tochter Neusser Bäder und Eissporthalle GmbH (NBE) mit der neuen Materialwahl aus: Das große Becken entsteht in Edelstahl - dem Frost schnuppe ist. "Fliesenzählen" beim Schwimmen oder Tauchen geht dann aber auch nicht mehr.

Komplettiert wird das Projekt durch den Abriss der alten Sommerumkleiden. Im Neubau an gleicher Stelle werde es mehr Duschen geben - und mehr abschließbare Schränke, betont Braun.

(-nau)
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