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Serie Senioren In Neuss (6): Sportvereine entdecken Generation Ü 60

Serie Senioren In Neuss (6) : Sportvereine entdecken Generation Ü 60

Für die 118 Sportvereine im Neusser Stadtgebiet ist die Generation Ü 60 längst zu einer wichtigen Klientel geworden, für die es spezielle Angebote gibt – immer mehr. Den "Best Agern" geht es dabei neben der Bewegung auch um die Geselligkeit.

Neuss "Zumba Gold" heißt die Zumba-Variante für ältere Mitglieder bei der Neusser Turngemeinde (TG). Und die Bezeichnung drückt schon aus, was Senioren keinesfalls wollen – ein Angebot, in dem das Wort "Senior" bereits Teil des Kursnamens ist. "Die haben keinen regen Zulauf", meint Hans Hefner, Sprecher des Neusser Stadtsportverbandes, der die Interessen der 118 Sportvereine im Stadtgebiet mit ihren insgesamt rund 32 000 Mitgliedern vertritt.

Allerdings machten Titel wie "Volleyball für Junggebliebene" es schwierig, alle Angebote der Vereine für die ältere Generation zusammenzufassen, erklärt Hefner. Genau das hatte der Stadtsportverband einmal vor, scheiterte dann aber an den unterschiedlichen Bezeichnungen. Mit 5400 Mitgliedern ist die TG der größte Sportverein im Stadtgebiet, zehn Prozent sind über 60 Jahre alt. Fitness-, Sitz- und Wassergymnastik steht laut Florian Kock hoch im Kurs der Teilnehmer.

Und wichtig seien in jedem Fall auch die geselligen Angebote wie Weihnachtsfeiern oder gemeinsames Frühstücken. Einen regen Zulauf an Senioren kann der TSV Norf verzeichnen. Von den 1600 Mitgliedern sind rund 300 60 Jahre und älter. Und: "Die Tendenz ist steigend", wie der erste Vorsitzende Hermann-Josef Baaken mitteilt. Das schlägt sich auch im Angebot nieder. "Wir haben den Gesundheitsbereich ausgedehnt", sagt Baaken.

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"und im vergangenen Jahr den Gesundheitszirkel eingeführt." Investiert wurde dafür immerhin 20 000 Euro. Zusätzlich wurde eine Sportwissenschaftlerin eingestellt. "Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass unsere Gesellschaft altert und wir Angebote machen müssen, um ältere Menschen gesund und fit zu halten." Baaken sieht darin auch eine gute Alternative zum Fitness-Studio. "Denn die Mitgliedsbeiträge in den Sportvereinen sind deutlich niedriger", sagt der TSV-Vorsitzende, der allerdings auch bedauert, dass Sportvereine immer noch ein "verstaubtes Image" haben – zu Unrecht, wie er findet.

Die DJK Rheinkraft hat die Älteren schon seit 30 Jahren im Blick, sagt der erste Vorsitzende Guido Kluth und spricht seinem Verein damit eine Vorreiterrolle, was den Blick auf die Senioren angeht, zu. Dort gibt es vier Senioren-Abteilungen mit 280 Mitgliedern, insgesamt zählt der Verein 900. Neue Kurse sollen nun dafür sorgen, dass der Verein für die Älteren an Attraktivität gewinnt. Und auch Kluth weiß: "Für viele ist nicht nur das reine Sportangebot wichtig, sondern auch die Geselligkeit.

" Die vier Abteilungen der DJK sind unterteilt in Seniorentanz, Damengymnastik, Seniorensport sowie Walking und Nordic Walking. "Auch im Alter kann man jede Sportart machen", sagt Hans Hefner überzeugt. "Man macht sie dann eben anders." Für Übungsleiter, die mit älteren Menschen arbeiten, gibt es übrigens spezielle Weiterbildungen. "Kursinhalte können Gleichgewichts- und Stabilitätstraining, Sturzprophylaxe oder ein spezielles Herz-Kreislauf-Training sein", sagt Florian Kock von der TG Neuss.

Was übrigens in vielen Sportvereinen wieder in Mode gekommen ist, ist das Sportabzeichen, das in diesem Jahr 100 Jahre alt wird. "Wir hatten die Abnahme bereits vor einigen Jahren aus dem Programm genommen. Nun ist es zu einem neuen und gut akzeptierten Angebot geworden", erzählt Hermann-Josef Baaken und fügt hinzu: "Man glaubt gar nicht, wie ehrgeizig Ü-Sechziger auf einmal werden können."

(NGZ)