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Neuss: Sporthafen wird ausgebaggert

Neuss : Sporthafen wird ausgebaggert

Die Saison war für die Wassersportler im Neusser Sporthafen nicht einfach. Grund: der niedrige Wasserstand. Deshalb soll das Hafenbecken jetzt auf ganzer Fläche ausgebaggert werden. Zuletzt geschah das im Jahre 1992.

Die anhaltende Trockenheit hat den Pegel des Rheins in die Nähe eines Rekord-Tiefststandes fallen lassen. Das schafft ein außergewöhnliches Problem, denn die Firma Hülskens Wasserbau aus Wesel, die im Auftrag der Stadt den Sporthafen ausbaggern soll, kommt mit ihrem Kranschiff gar nicht erst zum Einsatzort. "Nach heutigem Stand müssten da nocheineinhalb Meter Wasser drauf kommen", erklärt Andreas Weiß, Bereichsleiter West bei Hülsken das Problem – und verschiebt den Beginn der Arbeiten in den Dezember, wenn nicht gar Januar.

Die Wassersport treibenden Vereine nehmen es gelassen. Ihre Saison ist gelaufen – und die war schwierig genug. Schon zum Anfahren im Mai konnten nicht alle Schiffe ausfahren, weil gerade die Segler mit ihrem größeren Tiefgang auf dem Schlamm am Hafenbeckengrund aufsaßen. Das besserte sich zwar im Laufe des nassen Sommers, doch als Dieter Jüttner, Bundesvorsitzender des Marine-Regatta-Vereins, zuletzt das Echolot seiner Motoryacht anschaltete, meldete das noch 60 Zentimeter Wasser unter dem Kiel. Viel zu wenig.

Das allmähliche Verschlammen beobachten die Anliegervereine schon länger. 1992 war zuletzt ausgebaggert worden, jetzt sei es wieder fällig, befand Franz-Josef Schäfer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Wassersport treibender Vereine, schon im vergangenen Jahr. Er stellte bei der Stadt den Antrag, für mehr "Tiefgang" zu sorgen. Dem Antrag wurde entsprochen und im städtischen Haushaltsplan die Summe von 150 000 Euro eingeplant. Die Anliegervereine sind finanziell nicht beteiligt. "Wir zahlen eine jährliche Liegepacht an die Stadt", erklärt Dieter Jüttner. Die ist nun sozusagen als Vermieter gefordert.

Ein Meter ist das Wasser ab Wasseroberfläche im Sporthafen derzeit tief, auf knapp zwei Meter Tiefe soll ausgebaggert werden, erklärt Friedhelm Thissen, der Leiter des Sportamtes. Mehr ist mit dem zur Verfügung stehenden Betrag nicht finanzierbar. Um sich vor einer unerwarteten Kostenexplosion zu schützen, ließ die Stadt Proben aus dem Hafengrund untersuchen. Ergebnis: Der Schlamm ist nicht belastet, muss also auf keine Sondermülldeponie. Ein solcher Fall hatte vor Jahren die Öffnung eines Altrheinarmes auf der Ölgangsinsel verhindert.

Für den Schlamm aus dem Neusser Sporthafen hat die Firma Hölsken eine bessere Verwendung. "Wir besitzen Kiesgruben, die damit zum Zweck einer Rekultivierung verfüllt werden", erklärt Andreas Weißberg, Er plant gut drei Wochen für das Ausbaggern ein. Dazu wird ein Kranschiff im Hafen arbeiten und den Aushub auf einen Frachter im Rhein umschlagen.

(NGZ)