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Neuss: Spielplätze sind oft Treffpunkte für Drogensüchtige

Neuss : Spielplätze sind oft Treffpunkte für Drogensüchtige

Die Drogenszene verschiebt sich. Polizei und Kommunaler Servicedienst legen Politik ihre Jahresberichte vor.

Maik M., der bei einer Rauschgiftkontrolle vor einigen Tagen in einer Reuschenberger Grünanlage überprüft und nach eigenen Angaben dabei misshandelt wurde, kam nicht zufällig ins Visier der Zivilfahnder. Denn die Polizei beobachtet, dass sich die Szene neue Treffpunkte sucht. Von einer "Verschiebung auf die Kinderspielplätze" sprach Heinz-Walter Tieves, als die Polizei im Hauptausschuss einen Lagebericht zur Kriminalität in Neuss gab. "Wir haben das im Auge", versicherte der Leiter der Polizeiwache Neuss, der aber unterstrich: "Wir hatten in Neuss nie eine klassische Drogenszene. Das wurde immer stilisiert."

14 096 Straftaten registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Neuss, 53 Prozent davon wurden aufgeklärt. In 381 Fällen spricht die Polizei von Gewaltdelikten, 3807 Mal wurden Taten der sogenannten Straßenkriminalität zugeordnet. Die Zahl der Betrugsdelikte fiel auf 3221 angezeigte Taten, während in 6134 Fällen von Diebstahl gesprochen werden musste. Besondere Sorge bereite dabei die Zahl der Wohnungseinbrüche, die im Vorjahr auf 578 Fälle stieg. Tieves wehrte sich allerdings entschieden gegen alle Versuche, die Innenstadt als Kriminalitätsschwerpunkt darzustellen. Eine "angebliche Türsteherszene an der Büttger Straße" gebe es nicht, man könne als Bürger auch abends und nachts in Neuss sicher unterwegs sein.

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Als Partner der Polizei wirkt auch der Kommunale Servicedienst (KSD) der Stadt am Sicherheitsgefühl der Neusser mit. 113 Mal wurden städtische Mitarbeiter und Polizeibeamte im Rahmen der Ordnungspartnerschaft als Doppelstreife in der Innenstadt eingesetzt, 75 Mal zeigten sie mit Beamten der Bundespolizei im Hauptbahnhof Flagge. In den Stadtteilen wiederum arbeiten sie mit den Bezirksbeamten der Polizei zusammen.

Die Zahl der Streifeneinsätze in den Stadtteilen hat der KSD nach Angaben von Ordnungsamtsmitarbeiter Thomas Mathen im vergangenen Jahr dabei fast verdoppelt. 3935 dieser Einsätze weist die Statistik auf, die dem Hauptausschuss vorgelegt wurde. So konnte eine verstärkte Präsenz in den Stadtteilen und an bestimmten Treffpunkten erreicht werden, heißt es darin. Schwerpunktmäßig wurden dabei Grünanlagen, Ausflugsziele, Bus- und Bahnhaltestellen aber auch Spielplätze kontrolliert. Die Zahl der Bußgeld- und Verwarnungsverfahren, die danach eingeleitet wurden, stieg um 20 Prozent auf 1885.

(NGZ)