Neuss: SPD will Hortschließung im Rat stoppen

Neuss : SPD will Hortschließung im Rat stoppen

An einen Beschluss, den sozialpädagogischen Hort an der Oberstraße oder gar die Lern- und Spielgruppe der Diakonie in Weckhoven zum 1. August zu schließen, kann sich kein Kommunalpolitiker erinnern. Aber zumindest die SPD-Fraktion will in der Ratssitzung noch in diesem Monat einen Beschluss fassen lassen: Den zum Erhalt beider Einrichtungen.

In diesem Punkt könnte es zu einer ganz großen Koalition kommen. Die Fraktion der Grünen ist überzeugt, dass dies Fördereinrichtungen "zum gegenwärtigen Zeitpunkt von keiner Offenen Ganztagsschule ersetzt werden kann", wie Susanne-Benary-Höck betont. Und auch in FDP und CDU gibt es starke Befürworter. "Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht", betont die Weckhovener CDU-Stadtverordnete Karin Kilb und meint damit die mit dem Schlagwort Inklusion von der Stadt "beworbene" Unterbringung von Kindern mit besonderem Betreuungs- und Erziehungsbedarf in einer OGS. Kilb will "mit Zähnen und Klauen für die Lernspielgruppe kämpfen". Unterstützung findet sie bei Thomas Kattner (CDU). "Ich bin nicht gegen inklusive Pädagogik, halte aber den Ansatz bei verhaltensauffälligen Kindern noch für umstritten", sagt der Stadtverordnete, der "große Erwartungen in eine Expertenrunde setzt", die über das weitere Vorgehen beraten will.

Eher in Richtung eines Kompromisses denkt Wolfgang Köhler (FDP). Er will dafür werben, die Einrichtungen aus dem Topf "Hilfen zur Erziehung zu finanzieren", denn genau das würde dort getan.

Sozialdezernent Stefan Hahn erklärt, dass der Rat im Vorjahr beschlossen hat, die sonderpädagogischen Einrichtungen zu erhalten. Es sei denn — und damit begründet er die Kündigung — es finde sich eine Alternative, die unter dem Stichwort Inklusion tragfähig ist. Inklusion, so Staps, "verlangt ein Gesamtkonzept. Das wollen wir erst mal sehen. Noch gibt es das nicht."

(NGZ)
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