Neuss: SPD reklamiert Gartenschau-Idee für sich

Neuss : SPD reklamiert Gartenschau-Idee für sich

Ratsherr Ingo Stolz findet die Idee, eine Landesgartenschau nach Neuss zu holen, "einfach toll". Er werde das Projekt nach besten Kräften unterstützen. Der Sozialdemokrat fühlt sich zudem bestätigt, denn bereits vor zwei Jahren hatte er für seine SPD-Ratsfraktion einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der wurde seinerzeit nach sehr kurzer Debatte im Umweltausschuss von der CDU-Mehrheit — mit Unterstützung von Bündnis 90/Die Grünen und FDP — vom Tisch gefegt.

Ingo Stolz ärgert sich noch heute darüber, weil in seinen Augen eine große Chance vertan wurde. "Es fließen nicht unerhebliche Landesmittel für eine Landesgartenschau, und erfahrungsgemäß sind einige Aspekte wie Imagewerbung, Infrastruktur und Arbeitsplätze von nachhaltiger Wirkung", begründete der Stadtverordnete schon 2010 seinen Antrag.

Jetzt steht das Thema Landesgartenschau wieder auf der Tagesordnung. Mit Wolfgang Degenhardt (Gruissem) und Werner Küsters (Rosellen) haben zwei prominente Neusser Vertreter des Landschafts- und Gartenbaus öffentlich der Stadt Neuss empfohlen, sich jetzt mit den Rheinauen zwischen der Kardinal-Frings-Brücke (Südbrücke) und dem Sporthafen als Gastgeber einer Landesgartenschau zu bewerben. Vertreter aus dem Rathaus reagierten zurückhaltend auf die Vorschläge. Sowohl Umweltdezernent Horst Ferfers als auch die Fraktionschefs Jörg Geerlings (CDU) und Reiner Breuer (SPD) scheuen die hohen Vorlaufkosten in Zeiten leerer kommunaler Kassen.

Dieser Argumentation mag Ingo Stolz nicht folgen: "In so ein Gartenprojekt fließen ein paar Millionen Euro, mit denen wir den Freizeitwert des Rheinvorlandes für die Neusser stärken und ein Ausflugs-ziel für auswärtige Gäste schaffen." Beispielhaft verweist Stolz auf die Nachbarstadt Grevenbroich, die bereits 1995 eine Landesgartenschau ausrichtete. "Die damals geschaffene Qualität prägt Grevenbroich noch bis heute", sagt Stolz.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE