SPD-Pläne zur Entwicklung des Jröne Meerke wird im Rat der Stadt Neuss kritisiert

Naherholungsgebiet in Neuss : „Remmidemmi“ am Jröne Meerke

Das Jröne Meerke bleibt auf der Tagesordnung der Politik. Im Umweltausschuss am 4. Juni wird die Verwaltung darlegen, wie sie aktuell das Gänseproblem bewertet, und genau einen Monat später im Planungsausschuss berichten, was getan werden kann, um dieses Naherholungsgebiet weiterentwickeln zu können.

Doch bevor sich die Politik auf diese „Aufgabenverteilung“ verständigen konnte, zankten sich namentlich CDU und SPD im Rat über Sinn oder Unsinn eines SPD-Antrages. Heinrich Thiel hatte die Ergebnisse aus einer SPD-Bürgerversammlung in Antragsform gegossen und unter dem Titel „Stärkung des Jröne Meerke als Naherholungsgebiet“ vorgestellt. Ingrid Schäfer (CDU) konterte bissig: „Wir haben schon seit langem kein Naherholungsgebiet Jröne Meerke mehr.“ Denn die Gänse und ihre Hinterlassenschaften rauben vielen Neussern seit Jahren die Freude an der Grünanlage. „Wir sollten uns mal über den Spielplatz unterhalten“, sagt Schäfer.

Thiel hatte seine Ideensammlung für dass Meerke tapfer verteidigt. Natürlich würden die Gänse derzeit viele stören, sagte er, „Wir sollten aber deswegen nicht aufhören, über eine Neugestaltung nachzudenken.“ Die Vorschläge der SPD dazu liegen – als Prüfauftrag formuliert – auf dem Tisch: Bewegungsparcours oder Bouleplatz für Ältere, Outdoor-Fitness-Park für Jüngere – und Gastronomie für alle. Darüber hinaus würden sich die Bürger mehr Parkbänke und mehr Mülleimer wünschen, so die SPD, die sich auch den Einsatz von „Grünkäppchen“ als „Aufpasser“ vorstellen kann. Für Schäfer klang diese Liste so, als wäre die Bürger- eine „Wünsch-dir-was“-Versammlung gewesen.

Die Verwaltung konzentriere sich derzeit darauf, erläuterte Bürgermeister Reiner Breuer, den Wasserspielplatz intakt und die Wiese sauber zu halten. „Das ist unsere Kernaufgabe“, sagte er. Das neue Jagdgesetz, an das die Stadt gewisse Hoffnungen geknüpft hatte, eröffne leider kaum Möglichkeiten, die Gänsepopulation einzudämmen, referierte Breuer. Details zur rechtlichen Lage gibt es dann im nächsten Umweltausschuss.

Wenn sich dann der Planungsausschuss Anfang Juli mit der SPD-Liste beschäftigt, wird zumindest die Fraktion „Die Linke“ die Rolle der Opposition übernehmen. Ihrem Fraktionsvorsitzenden Roland Sperling klang das alles zu sehr nach „Remmidemmi“. Ein Naherholungsgebiet brauche so was nicht.

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