Neujahrsempfang der SPD Karriere-Starter beim Neujahrsempfang

Neuss · Auf Parteitagen werden politische Karrieren gemacht, auf Neujahrsempfängen manchmal auch. Zum Auftakt in das wahlfreie Jahr 2023 nutzte die Neusser SPD ihren Empfang am Montagabend genau dazu.

 Oberbürgermeister Felix Heinrichs aus Mönchengladbach wurde von Gisela Hohlmann, Daniel Rinkert, Arno Jansen, Sascha Karbowiak und Bürgermeister Reiner Breuer (v.l.) als Ehrengast beim Neujahrsempfang begrüßt.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs aus Mönchengladbach wurde von Gisela Hohlmann, Daniel Rinkert, Arno Jansen, Sascha Karbowiak und Bürgermeister Reiner Breuer (v.l.) als Ehrengast beim Neujahrsempfang begrüßt.

Foto: Wolfgang Walter

Der Parteivorsitzende Sascha Karbowiak bilanzierte vor mehr als 500 Gästen einige Erfolge der SPD-geführten Ratskooperation und empfahl sich damit als künftiger Fraktionsvorsitzender – für den der noch amtierende Fraktionsvorsitzende Arno Jansen indirekt eine Wahlempfehlung aussprach. Zugleich betonte Karbowiak, dass die Neusser SPD am politischen Aschermittwoch mit Rosemarie Franken-Weyers und Heinrich Thiel wohl ihre erste Doppelspitze für den SPD-Stadtverband wählen wird – und beide Kandidaten machten in demonstrativer Geschlossenheit im Foyer des Landestheaters ihre Runde durch den Saal. So führt man Regie, so vermittelt man Harmonie.

Das fiel auch Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Nachbarstadt Mönchengladbach, auf. „Toll, wie die SPD in Neuss wirkt und wie viele Leute sie zusammenbringt“, lobte der Ehrengast mit SPD-Parteibuch.

Er blendete einen kurzen Werbeblock für die SPD-geführte Bundesregierung ein, stichelte erwartungsgemäß gegen die Landesregierung von CDU und Grünen („Es gibt nur eine schwarz-grüne Erfolgsgeschichte im Land – die von Borussia Mönchengladbach“) und lieferte danach artig den Nachweis, dass Neuss und Mönchengladbach mehr verbindet als einen „roten“ Bürgermeister. „Wenn es darum geht, was beide Städte, beide Parteien eint, dann ist es die feste Überzeugung, dass wir nicht verzagen dürfen, dass wir Mut und Lust auf Veränderung machen“, sagte Heinrichs, der die Herausforderungen der Gegenwart mit drei großen „D“ umriss: Demografie („Wir müssen eine moderne Einwanderungspolitik schaffen“), Dekarbonisierung („Der Braunkohleausstieg ist vor allem eine Chance“) und Digitalisierung.

„Ohne die ist alles nichts“, so Heinrichs. Sein einleitender Exkurs mit der steilen These, Mönchengladbach könnte älter als Neuss sein („Meine Denkmalschützer konnten das aber nicht untermauern“) war der einzige karnevalistische Beitrag des Abends. Prinz Mark I. und Novesia Nicole I. (Könnecke) waren zwar auch eingeladen, erschienen aber auf Bitte der Gastgeber nicht im Ornat – und nicht auf der Bühne.

Auf die durften die Musiker Amadeus Sektas und Clara Krum, deren Karriere gerade durch den Kulturförderpreis der Stadt Schwung bekommen hat, sowie Daniel Rinkert, der als Nachrücker im Bundestag Karriere macht. Er sei der einzige Abgeordnete aus dem Rhein-Kreis „mit direktem Draht ins Kanzleramt“, sagte Rinkert. Den will er gerne für die Neusser nutzen und sich zum Beispiel für einen moderneren Hauptbahnhof einsetzen.

Der SPD-Empfang hat Tradition, auch als „Debütantenball“. Michael Assenmacher (GMNS-Geschäftsführer), Olaf Peters (GWG-Vorstand) und Thomas Walkiewicz (Stadtwerke-Vorstand) etwa sind neu in der Stadt und am Anfang einer neuen Karriere – und wurden quasi in die Gesellschaft eingeführt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort