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Neuss: SPD in der Nordstadt stellt sich neu auf

Neuss : SPD in der Nordstadt stellt sich neu auf

Der SPD-Ortsverein Nordstadt, der zweitgrößte in Neuss, geht mit stark verjüngter Führung in die Kommunalwahl.Der Anführer ist der 35-jährige Mirza Kehonjic-Thiel; dessen Markenzeichen ist Selbstbewusstsein: "Wir setzen auf Sieg."

Smart, selbstbewusst, jung — der 35 Jahre alte Mirza Kehonjic-Thiel steht für die junge Generation, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Kehonjic ist Chef des mit 98 Mitgliedern zweitgrößten unter den insgesamt sieben Ortsvereinen (OV) der Neusser SPD. "Wir wachsen gegen den Trend", freut sich der agile Vorsitzende, der in Bosnien-Herzegowina geboren wurde und mit seiner Familie 1992 nach Ausbruch des Balkan-Krieges nach Deutschland kam, 2004 nach Neuss kam. Nur der Ortsverein Neuss-Stadtmitte ist größer.

An der Spitze der Further Sozialdemokraten steht aber kein Alibi-Jungpolitiker, sondern er ist einer von vielen. Auch seine beiden Stellvertreter, die Bankkauffrau Melanie Galati (37) und Heinrich Thiel (24), gehören der jungen SPD-Riege an — sie sind das junge Gesicht einer alten Partei, die vor 150 Jahren gegründet wurde und im nächsten Jahr in Neuss ihr 125-jähriges Bestehen feiert.

"Wir auf der Furth sind parteiintern die Trendsetter", sagt Heinrich Thiel, "wir haben unaufgeregt, aber konsequent der Generationswechsel eingeleitet." Die Konsequenz: In fünf der sechs Neusser Kommunalwahlkreisen "henger de Bahn" treten neue, junge Kandidaten an: Sarah Bührt (Kaarster Brücke), Mirza Kehonjic-Thiel (Vogelsang), Leif Lüpertz (Weißenberg), Hakan Temel (Barbaraviertel) und Heinrich Thiel (Südliche Furth). Mit der Stadtverordneten Claudia Föhr (Morgensternsheide) komplettiert nur eine erfahrene Politikerin das Sextett — doch die ist auch noch längst keine 50 Jahre alt.

Dabei setzen die Further Sozialdemokraten auf Sieg, nicht auf Platz. "Vermutlich war die Chance, die CDU als führende Kraft in Neuss abzulösen, noch nie so groß", sagt Kehonjic, "dazu wollen wir unseren Beitrag leisten." Bei der Kommunalwahl im Mai 2014 gilt es für die jungen SPD-Streiter, zumindest ein Direktmandat zu verteidigen. Im Barbaraviertel hatte sich 2009 Hubert Esser als einziger SPD-Kandidat neben Ingo Stolz (Allerheiligen) durchgesetzt. DGB-Kreisvorsitzender Esser verzichtet auf eine erneute Kandidatur.

Sein Erbe tritt Hakan Temel an, der schon einige Zeit im städtischen Integrationsrat politische Erfahrung sammelt. Er traut sich den Sieg im Barbaraviertel zu: "Wir besitzen einen guten Kontakt zu den Menschen und zu den Wohlfahrtsverbänden." So seien ihm über die Arbeit am Runden Tisch die Probleme des Stadtteils vertraut.

Inhaltlich will die SPD im Neusser Norden sich deutlich positionieren. So lehnt sie den von der CDU/FDP-Koalition beschlossenen Supermarkt an der Venloer Straße konsequent ab. Ein Standort auf der südlichen Furth, "näher zum Bahnhof hin", wäre in Augen den SDP-Youngster die bessere Lösung. An Supermärkten mangele es im Einzugsgebiet des geplanten Neubaus nicht. "Wir vermissen einen Drogerie-Fachhandel", sagt Melanie Galati. Auch den angedachten S-Bahn-Halt an der Morgensternsheide halten sie falsch platziert: "Der sollte zur Klever Straße, näher ans Demenzzentrum, gelegt werden."

(NGZ)