Neuss: Sparkasse: Wachstumstrend hält an

Neuss : Sparkasse: Wachstumstrend hält an

Betriebsergebnis, Jahresüberschuss und Bilanzsumme – die Sparkasse Neuss meldet für das Geschäftsjahr 2010 Wachstum auf breiter Front. Im Test der Kundenberatung ist das Geldinstitut die „beste Bank in Neuss“. Neu: Sieben Filialen sollen auf Selbstbedienung umgestellt werden.

Für die Sparkasse Neuss war 2010 ein Jahr der guten Geschäfte, daran lässt die am Freitag von Vorstandschef Michael Schmuck vorgestellte Bilanz keinen Zweifel. Im laufenden Jahr, so die Erwartung, wird sich der Aufwärtstrend fortsetzen. Voraussetzung: die Weltwirtschaft erholt sich weiter und die Risiken – steigende Ölpreise aufgrund der Unruhen in Nordafrika, Arbeitslosigkeit in den USA und Euro-Krise – nehmen nicht Überhand.

WestLB-Plan hat Zukunft

Die Zukunft der angeschlagenen Westdeutschen Landesbank macht dem Sparkassenvorstand dagegen derzeit kaum noch Sorgen. Würden die nicht mehr benötigten Geschäftsfelder wie geplant an Investoren verkauft und letzte Teilbereiche über eine bereits eingerichtete Anstalt abgewickelt, bliebe eine WestLB, die Zukunft habe: „Wir schreiben dafür kein Geld ab, sondern beteiligen uns – wenn das Modell so umgesetzt werden kann – an einer für alle Sparkassen sinnvollen Verbundbank“, sagt Schmuck.

Eine solche Beteiligung – rund zwölf Millionen Euro stehen zur Diskussion – sei von der Sparkasse problemlos zu stemmen und ohne Einfluss auf das Kundengeschäft und die Konditionen. Dies gelte auch für die Rücklagen, die die Sparkasse Neuss jährlich für die WestLB-Abwicklungsanstalt bilden muss (3,2 Millionen Euro in 2010, Vorjahr: 3,4). Allerdings schmälern diese Rücklagen das Jahresergebnis – und damit auch die Ausschüttung der Sparkasse an ihre Eigentümer, die Kommunen. Aus dem Geschäftsjahr 2009 bekamen sie rund 1,2 Millionen Euro, für 2010 wird die Summe etwas höher liegen. Dass die Sparkassen bei der WestLB in der Pflicht sind, steht für Schmuck außer Zweifel: „Wir sind eine Familie und stehen für unsere Tochter gerade.“

SB-Filialen: Notfalls ein „Geldtaxi“

Neue Wege geht die Sparkasse mit ihrem Filialnetz. Die Geschäftsstellen Hemmerden, Grevenbroich-Südstadt, Neuenhausen, Hoisten, Delhoven, Pesch und Weißenberg sollen in Selbstbedienungsstandorte umgewandelt werden. Vorstandsmitglied Volker Gärtner verweist auf eine intensive Analyse der Nutzung durch die Kunden, die an den betroffenen sieben Standorten schon jetzt vor allem die Selbstbedienungsangebote nutzten. „Eine Abstimmung mit den Füßen“, sagt Vorstandsvorsitzender Schmuck. Bei durchschnittlich zwei Beratungsgesprächen pro Tag rechne sich der Personalaufwand einfach nicht. 18 Mitarbeiter werden in benachbarten Filialen eingesetzt und dort ihre Stammkunden weiter betreuen. Zum 14. Oktober soll die Umstellung abgeschlossen sein. Die Kunden werden informiert und auf Wunsch auch im Umgang mit den SB-Geräten geschult. Sollte sich dennoch ein Bedarf für Auszahlungen am Schalter ergeben, verspricht die Sparkasse zu reagieren. Gärtner will dann prüfen, ob ein „Geldtaxi“ eingerichtet wird, mit dem die Kunden ihr Geld zu Hause ausbezahlt bekämen.

(NGZ)
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