Neuss: Sparkasse schafft für ihre Mitarbeiter Schlips-Pflicht ab

Neuss: Sparkasse schafft für ihre Mitarbeiter Schlips-Pflicht ab

Bei der Sparkasse Neuss ist der Knoten geplatzt. Das Geldinstitut stellt es ihren Bankkaufmännern in Zukunft frei, ob sie bei der Arbeit einen Schlips tragen wollen oder nicht. Unternehmenssprecher Raimund Franzen erklärt: "Gut gekleidete Menschen werden positiver beurteilt als andere. Andererseits kann ein zu formeller Kleidungsstil auch als abgrenzend und antiquiert empfunden werden."

Dies möchte die Sparkasse aber nicht, sie will "nah am Menschen" sein. "Mit Business Casual heben wir uns weniger von unseren Kunden ab, sondern bewegen uns mehr auf Augenhöhe", sagt Franzen.

Die Volksbanken und die Sparda-Bank wollen dagegen vorerst nicht, dass ihre Angestellten die Krawatte weglassen. "Sie unterstreicht grundsätzlich das seriöse Erscheinungsbild des Berufsbildes vom Bankkaufmann und wird von unseren Kunden geschätzt", sagt Volksbank-Sprecher Christian Feldbinder. Die Sparda-Bank kann sich zumindest vorstellen, es der Sparkasse einmal nachzumachen. "Wer sich zukunftsfähig aufstellen will, muss die eigenen Ansichten immer wieder hinterfragen. Die Arbeitswelt ist durch die Digitalisierung gerade im Wandel, das betrifft auch das Berufsbild des Bankkaufmanns. Vor diesem Hintergrund ist unser Dresscode eines von vielen Themen, über die wir nachdenken", sagt Sprecherin Barbara Carvalho.

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Die Reaktionen der Sparkassen-Kunden auf den Wegfall der Schlips-Pflicht sind weitgehend positiv. Nur in Einzelfällen sei Kritik geäußert worden. "Unsere Mitarbeiter sind gehalten, mit Fingerspitzengefühl auf Kritik zu reagieren. Bei künftigen Kundenterminen sollen sie dann besser wieder zum klassischen Stil zurückkehren. Die Veränderung weg vom klassischen Kleidungsstil, den viele Menschen mit der Finanzbranche fest verbinden, braucht Zeit", sagt Franzen.

(gaa/kron)