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Sparkasse Neuss: Individuelle Corona-Hilfen erforderlich

Nachfrage im Rhein-Kreis Neuss : Sparkasse Neuss - Individuelle Corona-Hilfen erforderlich

Die Sparkasse Neuss hat eine erste Bilanz zu den Hilfsmaßnahmen für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen und Bürger gezogen. Immer mehr mittelständische Betriebe und private Haushalte stehen demnach vor enormen Herausforderungen.

Ein zentraler Punkt bei der Beratung ist die Prüfung, welche Optionen dem Kunden im individuellen Fall am besten helfen. Michael Schmuck, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuss, betont, dass dies nicht immer die neuen staatlichen Hilfsprogramme seien.

Er erinnert daran, dass die entsprechenden Mittel zum Beispiel der KfW nach derzeitigem Stand innerhalb von fünf Jahren zurückgezahlt werden müssen. „Vielen ist damit aber noch nicht entscheidend geholfen“, erklärt Schmuck. Das betreffe vor allem Unternehmen, die sehr stark vom Cash-Flow, also aus den laufenden Umsätzen, leben und ausgefallene Einnahmen ähnlich wie betroffene Privathaushalte kaum nachholen können. „Sie benötigen vor allem kurzfristig mehr Unterstützung zur Stärkung ihrer Liquidität“, sagt Schmuck.

Ein Problem haben Unternehmen auch dann, wenn sie die Kriterien für die öffentlichen Fördermittel nicht erfüllen können. Die Sparkasse Neuss stehe ihnen „flexibel und individuell“ zur Seite und geht in solchen Fällen laut den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden „bis an die Grenzen des Vertretbaren“, um den Betroffenen mit eigenen Lösungen zu helfen.

Um möglichst alle Anliegen auch unter den aktuellen Bedingungen sofort entgegennehmen zu können, hat die Sparkasse Neuss bereits in der vergangenen Woche reagiert und die Zahl ihrer Mitarbeiter im medialen Kundencenter von 28 auf 46 aufgestockt. Das passt zur Nachfrage: Während zum Monatswechsel üblicherweise etwa 1200 Anrufe pro Tag entgegengenommen werden, sind es aktuell täglich bis zu 1800.

Wichtig sei, dass die dringend benötigten Liquiditätshilfen möglichst schnell und einfach zu denjenigen Menschen und Betrieben gelangen, die darauf angewiesen sind. „Bis jetzt haben wir schon über 800 Beratungsgespräche geführt und konnten mehr als zwei Millionen Euro zur Liquiditätssicherung bereitstellen, darunter 1,1 Millionen Euro aus den öffentlichen Förderprogrammen“, erklärt Schmuck.