Neuss: Sparbrief "Windkraft" ist ausverkauft

Neuss: Sparbrief "Windkraft" ist ausverkauft

Neusser Interessenten beteiligen sich mit 1,8 Millionen Euro an der Investition der Stadtwerke.

Die Stadtwerke können alle Anfragen von Interessenten, die sich an den beiden Windrädern in Hoisten finanziell beteiligen wollen, befriedigen. Insgesamt nahm das Unternehmen über den "Sparbrief Windenergie" rund 1,8 Millionen Euro ein, hatte aber Beteiligungen in einem Gesamtumfang von zwei Millionen Euro ausgeworfen. Alle Interessenten, die innerhalb der gesetzten Frist eine Interessensbekundung abgegeben haben, bekommen in diesen Tagen Bescheid, dass sie die Anteile nun zeichnen können.

Die Gesamtbeteiligungshöhe von zwei Millionen Euro hatten die Stadtwerke jeweils zur Hälfte für Kleinanleger (bis 5000 Euro) und Interessenten aufgeteilt, die bis zu 20.000 Euro in das Unternehmen stecken wollten. Es sei jedoch schnell deutlich geworden, berichtet Stadtwerke-Sprecher Jürgen Scheer, dass das Kontingent für Kleinanleger kaum ausgeschöpft werden würde. Es sei daher umgeschichtet worden, damit, so Scheer, "alle Interessenten berücksichtigt werden konnten".

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Voraussetzung für eine Bewerbung war, dass der Interessent Neusser ist. De Einlage von Kunden und Mitarbeitern verzinsen die Stadtwerke mit zwei Prozent jährlich, andere Interessenten aus Neuss können mit 1,5 Prozent Jahreszins auf die gezeichnete Summe rechnen. Der Sparbrief hat eine Laufzeit von fünf Jahren. "Eingesammelt" wird das Geld von der Volksbank Düsseldorf-Neuss, die beim Thema Windpark Kooperationspartner der Stadtwerke ist. Die Kosten für die Eröffnung eines Depots, das jeder Anleger einrichten muss, übernehmen dabei die Stadtwerke selbst.

Die beiden Windräder laufen seit Mitte März im Regelbetrieb, zumindest die kleinere der beiden Anlagen war aber schon Ende vergangenen Jahres ans Netz gegangen. Die Bürgerinitiative "Windkraft Neuss", die das Vorhaben südlich von Hoisten von Anfang an kritisiert hat, spricht von einer vorzeitigen Inbetriebnahme, um sich, wie sie an den Landrat als Untere Landschaftbehörde schrieb, "die lukrativeren Erstattungsbeträge des Vorjahres zu sichern". Gegen die Baugenehmigung ist noch eine Klage in einem Hauptsacheverfahren anhängig.

(-nau)
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