Neuss: Sozialpolitiker legen die ersten "Lotsenpunkte" fest

Neuss : Sozialpolitiker legen die ersten "Lotsenpunkte" fest

Bis Jahresende soll die Stadt Neuss ihre ersten beiden Lotsenpunkte einrichten. Dabei handelt es sich zum einen um den Erhalt der einst mit einer Förderung durch das Erzbistum Köln initiierten Quartiersarbeit für ältere Menschen im Bürgerhaus Erfttal.

Als Partner ist dort der Sozialdienst katholischer Männer (SKM) im Boot. Zum anderen soll ein Lotsenpunkt in Meertal eingeführt werden. Hierzu hat die Stadtverwaltung bereits Gespräche mit der Initiative Casa Meertal geführt. Die Umsetzung der beiden Lotsenpunkte wurde kürzlich im Sozialausschuss besprochen. Sie soll jetzt forciert werden. Pro Lotsenpunkt werden Kosten von bis zu 12.000 Euro pro Jahr veranschlagt. Die Politik beauftragte die Verwaltung zudem, Gespräche für weitere Lotsenpunkte zu führen.

Bis 2020 sollen vier solcher Anlaufstellen von der Stadt Neuss eingerichtet werden. Sie sollen Senioren helfen, möglichst lange unabhängig und gesellschaftlich eingebunden in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Sozialdezernent Ralf Hörsken wies vor dem Hintergrund der Lotsenpunkte im Sozialausschuss noch einmal deutlich darauf hin, dass die Politik "im Sommer und Herbst" eine "intensive Kostendiskussion führen" müsse. Schließlich erstellt die "Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung", der Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat angehören, derzeit eine Sparliste. Ziel ist es, die Ausgaben im Etat jährlich um zehn Millionen Euro zu kürzen. Davon wird der Sozialetat kaum ausgenommen bleiben können - angesichts der Tatsache, dass die Ausgaben für Jugend und Soziales 27 Prozent des Gesamthaushaltes ausmachen.

Bürgermeister Reiner Breuer wollte daher ein Moratorium durchsetzen. Beschlossene, aber noch nicht finanzierte Projekte sollten gestoppt werden, bis die "Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung" ihre Sparliste erarbeitet hat. Insbesondere die schwarz-grüne Koalition hat sich jedoch gegen dieses Moratorium ausgesprochen. Es werde dadurch bei jenen gespart, "die am meisten auf Unterstützung angewiesen sind". Der Sozialetat soll von den Sparplänen verschont bleiben. Daher soll neben den Lotsenpunkten auch die Einrichtung des geplanten Stadtteilzentrums im Further Hof weiterverfolgt werden. Für die Lotsenpunkte soll eine Landesförderung beantragt werden.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE