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Schulen in Neuss: Sozial und fachlich fit

Schulen in Neuss : Sozial und fachlich fit

Die Realschule Südstadt hat seit zwei Jahren den verbindlichen Ganztag. Die Nachmittage nutzen die Schüler unter anderem für Kurse, die sie nach ihren Neigungen wählen. Auf Berufsvorbereitung wird ein Schwerpunkt gesetzt.

Am Donnerstagnachmittag geht es in der Realschule Südstadt bunt zu. Für die Fünft- und Sechstklässler stehen Fechten, Ringen und Raufen, Theater oder Malen auf dem Stundenplan. Neuerdings gibt es einen Kurs zu Botanik in Kooperation mit dem Botanischen Garten, auch Mikroskopieren wird angeboten.

Diese Kurse gehören zum verbindlichen Ganztag, den die Schule seit dem vergangenen Schuljahr einführt. Das bedeutet, das alle Schüler verpflichtend bis 15.20 Uhr bleiben. Es gibt in der Schule Mittagessen, momentan noch in einem improvisierten Essraum, bald in der Mensa, die gerade gebaut wird. An zwei Tagen besuchen die Schüler danach Förderunterricht, Hauswirtschaftslehre oder Informatik, an zwei Tagen gibt es Hausaufgabenbetreuung. Und donnerstags finden die Angebote in Sport, Kunst oder Wissenschaft statt.

Für Schulleiterin Gudrun Merker sind die Nachmittags-Kurse, die sich die Schüler nach ihren Neigungen aussuchen können, ein Teil der Schulphilosophie: "Wir wollen die Schüler sozial und fachlich fit machen und ihnen ein gutes Rüstzeug für das Berufsleben mitgeben", sagt sie. Das Soziale findet sich in vielen Bereichen der Schule wieder: Fünf behinderte Schüler werden in jeden Jahrgang integriert und zu einem Schulabschluss geführt. Es gibt Kurse für Streitschlichter oder Sanitäter, die Achtklässler können 60 Stunden ehrenamtliche Arbeit in einem sozialen Projekt verrichten.

Schulfach Wirtschaft

An die Anforderungen des Berufslebens führt die Schule die Jugendlichen früh heran. Ab der siebten Klasse gibt es das Fach Wirtschaft. "Die Schüler lernen dabei zum Beispiel, wie man mit Geld umgeht oder Preise vergleicht", sagt Ines Hartmann, 1. Konrektorin. Das sei nicht zuletzt praktische Lebenshilfe: "Viele Jugendliche überschulden sich mit Handy-Verträgen", sagt Hartmann.

In Klasse acht besuchen die Schüler dann ein Kompetenztraining außerhalb der Schule, bei dem sie ihre Fähigkeiten erkennen sollen. In der neunten und zehnten Klasse finden Praktika in Betrieben statt. Das zweite Praktikum ist nicht vorgeschrieben, sondern eine Entscheidung der Schule. "Wir merken, dass die Zehntklässler sich schon viel interessierter Stellen aussuchen", sagt Schulleiterin Merker. "Aus manchem Praktikum hat sich schon ein Ausbildungsplatz entwickelt."

Auf ganz andere Weise wird die berufliche Kompetenz in der "Schülerfirma" entwickelt. Dabei haben Schüler das Kiosk auf dem Schulgelände übernommen und übernehmen in Eigenregie Einkauf und Abrechnung.

Termin Ein Tag der offenen Tür mit Weihnachtsbasar findet am Samstag, 27. November, von 11 bis 15 Uhr statt.

(NGZ)