Neuss: Solidarität mit kurdischem Verlag aus Neuss

Neuss: Solidarität mit kurdischem Verlag aus Neuss

Ein breites Aktionsbündnis bundesdeutscher Buchhandlungen und Verlage hat sich in einer Online-Petition solidarisch mit seinen Kollegen des Mezopotamien-Verlages an der Gladbacher Straße in Neuss erklärt. Das Unternehmen und der unter der gleichen Adresse firmierende Musikvertriebs Mir Multimedia waren Ende vergangener Woche auf Veranlassung des Bundes-Innenministeriums von Polizei und Steuerfahndern durchsucht worden. Den Firmen und ihrem Inhaber wird eine Unterstützung der in Deutschland verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen.

Die Polizeiaktion begann am Donnerstag und zog sich bis Samstag hin. Begleitet wurde sie am Freitag vom Protest kurdischer Demonstranten, die zum Teil auch die Gladbacher Straße sperrten.

Heiner Bäther und Steffen Gremmler vom Kreisvorstand der Partei "Die Linke" hatten sich schon kurz nach Beginn der Durchsuchungen vor Ort einen Überblick über die Lage verschafft. Ihr Landesvorstand rügte anschließend die Beschlagnahmung von Büchern, Filmen und Musik-CDs . "Ein weiteres Mal werden kurdische Einrichtungen in Deutschland drangsaliert, während das Regime in Ankara einen Freifahrtschein aus Berlin ausgestellt bekommt", erklärt die Landesvorsitzende Özlem Alev Demirel.

Ähnlich argumentieren die rund 40 solidarischen Verlage und Buchhändler, die von "immer massiver werdenden Repressionen gegen Vertreter der kurdischen Bewegung" sprechen und eine Rückgabe der beschlagnahmten Materialien fordern, damit der Mezopotamien-Verlag weiterarbeiten kann.

(-nau)