So war der Parking Day in Neuss

„Parking Day“ in Neuss : Parkplätze mal anders nutzen

Umgestaltete Parplätze sorgten am Freitag in der Innenstadt für Verwirrung.

Zwei Zelte, eingerichtet wie ein Wohnzimmer, stehen dort, wo sonst die Autos in der Neusser Innenstadt parken. Interessierte Passanten gucken sich verwundert an, was sich auf den Parkplätzen abspielt.

Beim „Parking Day – Parkplätze anders nutzen“ werden Parkplätze in Flächen verwandelt, die dann für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen und nicht für parkende Autos. Damit wird dafür geworben, den öffentlichen Straßenraum sinnvoller zu nutzen und den innerstädtischen Lebensraum schöner zu gestalten.

Auf der Krefelder Straße wurden zwei Parkplätze mit Pavillons, Tischen, Stühlen und Pflanzen bestückt und somit eine Wohnzimmer-Atmosphäre erzeugt – alles auf dem eigentlichen Parkstreifen.

Organisatoren waren der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Kooperation mit der Initiative Transition Town Neuss. Das verwendete Material wurde – gemäß dem Gedanken einer autofreien Innenstadt – mit dem Lastenfahrrad zum Veranstaltungsort gebracht.

„Letztes Jahr haben wir sehr positives Feedback bekommen, den Leuten hat es gefallen“, erzählt Rita Dunker-Kauhausen von der Initiative Transition Town Neuss. Die Bevölkerung solle Fragen stellen und verstehen, was der Sinn hinter dieser Aktion ist. „Die Stadt ist für die Menschen ein Lebensraum, der auch als solcher genutzt werden soll, dieses Bild stören ein hohes Verkehrsaufkommen und die parkenden Autos“, ergänzt sie. Hintergrund sei zudem bei den Menschen ein Verständnis zu erzeugen und sie dazu anzuregen, auch einmal mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren – nicht immer mit dem Auto. Das urbane Leben müsse angekurbelt werden.

Heribert Adamski vom ADFC ist noch ein anderer Aspekt besonders wichtig. „Wir müssen uns auch dafür einsetzen, dass die Situation für Fahrradfahrer weiter verbessert wird“, erklärt er. „Parkende Fahrzeuge und viel Verkehr sind da sehr oft Hindernisse, die auch zu Gefahren führen können – gerade für Fahrradfahrer“, ergänzt er.

Eine Passantin ist begeistert von der Aktion, „solche Initiativen sind sehr wichtig, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Die Probleme, die aus dem hohem Verkehrsaufkommen entstehen, werden von der Politik ja oftmals nicht wahrgenommen“.

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