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Neuss: So lockt Neuss Besucher an

Neuss : So lockt Neuss Besucher an

Die Tourist Information in den Rathausarkaden punktet mit Schützenfest, Skihalle und Insel Hombroich, aber auch mit Skurrilem. Etwa 100 000 Kunden jährlich nutzen sie. Die Einrichtung besteht seit zehn Jahren.

Neuss ist nicht Berlin, Neuss ist nicht Paris und erst recht nicht New York. Doch auch ohne Brandenburger Tor, Eiffelturm und Freiheitsstatue gibt es viel Sehenswertes in der nach Einwohnern größten kreisangehörigen Stadt Deutschlands. Um Auswärtige auf den Geschmack zu bringen, setzen Neuss Marketing und die mit Steffi Lorbeer, Sigrid Uschkereit und Dagmar Reinartz besetzte Tourist Information auf klassischen Service, aber auch auf Außergewöhnliches. Der Mix kommt an: Jährlich fast 100 000 Kunden nutzen die Angebote, in den zehn Jahren ihres Bestehens hat die Einrichtung eine Erfolgsgeschichte geschrieben.

Foto: frei

Für Veranstaltungsfans gibt es unter anderem Hilfestellung beim Ticketkauf — ein Service, den auch viele Einheimische nutzen. Hier deutet sich ein Wandel an: Stadtmarketing-Chef Peter Rebig geht davon aus, dass im Zuge der Digitalisierung künftig mehr Kartenbestellungen über das Internet abgewickelt werden. An einen Rückgang der persönlichen Besuche in der Tourist Information glaubt er deshalb aber nicht. "Die Leute kommen dafür verstärkt aus anderen Gründen", meint er. Zum Beispiel, um sich inhaltlich über Events zu informieren, deren Zahl laut Rebig sehr angewachsen ist. Die Hauptzielgruppe von Stadtmarketing und Tourist Information sind Besucher aus der Region. Meist sind es Geschichts- und Kulturinteressierte, die sich vom Bürgerschützenfest, Quirinus-Münster, altem Stadtkern, Museumsinsel Hombroich und Großereignissen wie Shakespeare-Festival und Tanzwochen angezogen fühlen. Sportbegeisterte kommen wegen der Skihalle — viele aus den Niederlanden. "Davon gehen einige dann auch in die Stadt", weiß Rebig.

Segway-Touren und Disc-Golf

Andere schätzen das Schräge und Kuriose. "Extrem nachgefragt sind Stadtführungen mit Segways", sagt der Marketing-Chef. Die elektrisch betriebenen Roller, quasi auf Lenksäule und zwei Räder reduzierte Autos, sind ein Hingucker und einfach zu handhaben. Die Führungen finden mit zehn bis zwölf Segways statt. Der RennbahnPark kommt beim Disc-Golf ins Spiel, wo Scheiben in Körbe befördert werden müssen. Die Idee stammt aus den USA; ein Dreierset der Scheiben gibt's für 30 Euro. Geworfen werden kann auf 14 Bahnen, im Gegensatz zu echtem Golf kann die Disc-Variante zwischen Joggern, Boulespielern und Reitern laufen, ohne dass jemand gefährdet wird. "Das ist ein sehr sanfter Sport", urteilt Rebig. Beliebt sind auch Andenken und andere Neuss-Accessoires. Rund 300 Produkte verkauft die Tourist Information, darunter Postkarten, Schlüsselbänder, Krawatten, Tassen und Ausgefallenes wie Tischdekoration in Form von Kerzen und Servietten mit Wappen.

Apropos Wappen: Die haben es vor allem den Neussern selber angetan. "Gefühlte 25 Prozent der Autos hier fahren mit Wappen-Aufkleber herum, das habe ich anderswo so noch nicht erlebt", sagt Rebig. Den Grund glaubt er zu kennen: So falle es dem Neusser am leichtesten, seine Verbundenheit mit der eigenen Stadt auszudrücken.

(NGZ)