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Serie Senioren in Neuss: So kommt keine Langeweile auf

Serie Senioren in Neuss : So kommt keine Langeweile auf

Fünf Seniorinnen erzählen, wie abwechslungsreich sie ihren Alltag gestalten.

Für sie könnte die Woche mehr als sieben Tage haben. Manchmal jagt ein Termin den nächsten, so dass schon fast die Familie zu kurz kommt. Lore Wallendszus (78), Erika Schmitz (75), Hildegard Neuhaus (78), Marga Sangs (81) und Johanna Pillhahn (81) sind ein eingeschworenes Quintett, zumindest an einem Tag in der Woche. Jeden Donnerstag treffen sie sich im Seniorenforum, um Karten zu spielen, bevorzugt Skipbo und Rommé.

"Das nachen wir seit drei Jahren. Wir haben uns gesucht und gefunden", sagt Lore Wallendszus. Alle sind seit Jahren Rentnerinnen, haben gearbeitet, Kinder großgezogen, Eltern und/oder Partner gepflegt und leben nun allein. Doch allein fühlen sie sich keineswegs. "Ich verreise gern und oft, besuche Ausstellungen", sagt Hildegard Neuhaus. Erika Schmitz engagiert sich in Gnadental in der Kirchengemeinde. "Wenn man nur zu Hause sitzt, passiert nichts", erzählt sie.

Klagen à la "Keiner kümmert sich um mich" kann Neuhaus nicht hören: "Man muss selbst die Initiative ergreifen, auf andere zugehen, Angebote ausprobieren, bis man das Richtige gefunden hat." Oder aber die richtigen Leute, mit denen es einfach Spaß macht, etwas zu unternehmen. Kegeln, klönen, Stammtische, Theaterbesuche, Karten spielen — das sind nur einige Beispiele dafür, wie das Quintett die Nachmittage oder Abende verbringt.

Und sie hoffen darauf, dass das Neusser Senioenzentrum bald besser untergebracht wird. "Zurzeit sitzen wir hier auf der vierten Etage über dem Sozialamt im Flur", sagen sie. Dort fühlen sie sich dort ein wenig abgestellt. So hören sie sich allerdings nicht an, denn an manchen Nachmittagen rückt das Kartenspielen massiv in den Hintergrund, wenn sie sich viel zu erzählen haben.

(NGZ/rl)